Eichen und Birken
Meyer-Stork setzt sehr stark auf die Eiche. Auf der Rückfahrt steigen wir kurz vor Drübeck wieder aus dem Wagen aus und gehen über eine alte, ganz zugewachsene Rückegasse in den Wald hinein. Er zeigt mir einen 20 Jahre jungen Eichenbestand, auf den er mit Recht stolz ist. Da sind auch noch ein paar Birken dazwischen und und ab und an steht auch noch eine einsame trockene Fichte dazwischen. Mit viel Phantasie kann man erahnen, was das hier früher mal war: Bis 2003 war das ein Fichtenreinbestand. Aber schon 2003, kurz nachdem er den Wald übernommen hatte, hat es hier eine heftige Borkenkäferkalamität gegeben. Die Fichten haben sie damals komplett rausgeholt. Das war eine kahle Fläche.
Gepflanzt ist da nichts, gar nichts. Man sieht es auch an der Struktur, da steht nichts geordnet und in Reih und Glied. Nein, das ist alles ein Geschenk der Natur. Natürlich haben sie das intensiv gepflegt; denn sie mussten ja die vielen Birken rausschlagen. Teilweise haben sie die Eichen auch geastet. Pflege, Pflege, Pflege!
Ich möchte wissen, wie viel Arbeit das denn so ist. Wie lange dauert es bspw., auf 1 ha die Birken herauszuschlagen? Mit einem Tag komme man da nicht ganz hin, das ist viel Arbeit!
Er versucht mir zu veranschaulichen, wie die Eichenfläche vorher einmal ausgesehen hat und zeigt mir eine Fläche nebenan. Das war auch alles dicht mit Fichte – und nur mit Fichte – bestanden – ein Fichtenreinbestand, der erst 2020 abgestorben ist. Er zeigt mir den alten Waldrand und ein paar wenige Dürrständer weiter hinten, die stehen geblieben sind.
Wir stehen mitten in einer Vorverjüngung, die schon ein bisschen älter ist. Da war so ein kleines Loch im Fichtenbestand gewesen.
Jetzt sieht man hier relativ viel Birke, aber Eichen sind überall dazwischen.
Und so kann sich das nun weiterentwickeln. Aber man muss pflegen. Ein bisschen Angst hat er schon vor der Birke.
Beim Rückweg zum Wagen macht mich Meyer-Stork auf eine Zitterpappel aufmerksam; hier seien ganz viele Pappeln. Die lässt er stehen. Dann entwickelt sich an dieser Stelle eben mal keine Eiche, dann wächst hier mal eine Zitterpappel. Das ist ja nicht schlimm, meint er, und zeigt auf eine Weide.
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