Eichenverjüngung und Jagd
Wirtz hatte im Eppelborner Revier die Erfahrung gemacht: „Wenn ich die Rehe totschieße, dann kommt die Eiche.“ Mit der gleichen Überzeugung hatte er das Revier Quierschied übernommen und dachte: „Wir schaffen die Pächter alle ab und organisieren das jetzt mit der Regiejagd und schießen viel und dann kommt auch schon die Eiche.“ Aber er musste zu seinem Leidwesen die Erfahrung machen, dass die Eiche sich auf den Standorten in Quierschied schwer tut und dass sie dort unendlich schwer zu verjüngen ist. Die natürliche Mortalität der Eiche dort ist enorm hoch. Die einzige logische Erklärung dafür, die er sich herleiten kann, ist, dass der Boden in Quierschied deutlich saurer ist und durch die Bodenversauerung mehr toxische Aluminium-Ionen freigesetzt werden.
Die Erfahrung aus dem Eppelborner Revier, dass die Eiche leicht zu verjüngen ist, wenn die Jagd stimmt, gilt also nicht generell. Offenbar spielen auch andere Faktoren wie z. B. der Boden eine Rolle. Aus der Tatsache, dass es mit der Eichenverjüngung nicht klappt, kann man also nicht immer den Schluss ziehen, dass zu viele Rehe die Ursache sind und man mehr schießen muss. Quierschied spricht dagegen: Die Jagd stimmt und trotzdem kommt die Eiche nicht. Jagd ist also eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Eichenverjüngung.
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