„20 m Abstand wäre für mich eine Katastrophe, was ich dem Waldboden antue!“
Roland Wirtz
40 m Rückegassenabstand
80 m Rückegassenabstand?
Ich spreche die Abstände zwischen den Rückegassen an. Im Stadtwald Lübeck sei sogar einmal ein Abstand von 80 m diskutiert worden.1siehe Naturnahe Waldnutzung – Minimaler Einsatz Wirtz und Backes halten da nichts von. Das sei Unsinn. Hier käme Wirtz mit 80 m nicht klar. Da müsste man jede zweite Rückegasse stilllegen, denn der Abstand hier ist 40 m. Wenn man so eine Verjüngung hat und dann einen 80 m Abstand, dann ist das kontraproduktiv, denn man muss ja den Stamm am Seil da durchziehen, den Stamm durch die ganze Naturverjüngung.
20 m Rückegassenabstand?
Ist Verjüngung da, kommt der Harvester bei Wirtz und Backes nicht zum Einsatz. Aber selbst auf Flächen ohne Verjüngung, wo er zum Einsatz kommt, fährt er auf Rückegassen mit einem Abstand von 40 m. Also nicht nur 20 m, wie es häufig der Fall ist. Ich frage nach, denn ein Harvester hat doch nur einen 10-m-Greifarm. Dort, wo der Harvester nicht hinkommt, wird mit der Motorsäge von Hand gefällt und der Stamm wird dann soweit mit dem Seil gezogen, dass der Harvester das greifen kann.
40 m Abstand
Der 40 m Abstand ist FSC-zertifiziert. Aber das setze sich doch mittlerweile überall durch. Die Schäden durch den schweren Forstschlepper konzentrieren sich auf die Rückegassen. Hätten sie 20 m Abstände, würden sie doppelt so viel vom Boden und von der Mykorrhiza zerstören. Schon 40 m sind nicht optimal, aber das ist ein Kompromiss.
Mulchen?
Die Gassen werden irgendwann gemulcht. Sie brauchen Linien, die hier durchgehen. Auch in der nächsten Waldgeneration wird man wieder diese Gassen nutzen. Das hat mit Unfallverhütung und Sicherheit zu tun. Zwischen diesen Linien pendeln die Waldarbeiter und wenn einer verunfallt, dann muss man ihn schnellstmöglich herausbekommen. Da ist man glücklich über die gemulchte Rückegasse, dass der verletzte Waldarbeiter schnell draußen ist.
Gemulcht werden aber nur die Rückegassen, nicht etwa kahle Flächen ohne Verjüngung. Nein, das machen sie gar nicht. Sinnlos sei das. Da nivelliere man ja alles. Aber das sind auch immer unterschiedliche Ansichten unter Förstern. Sie persönlich halten gar nichts davon, aber sie hatten auch schon einen Kollegen, der wollte auch rausfahren, um alles zu mulchen. Aber man täusche sich, denn auch in der Brombeere, in dem Gestrüpp und in allem, was man dann mulcht, steht immer auch etwas Naturverjüngung drin, und das mulcht man dann weg. Anschließend muss man dann wieder pflanzen, und das Pflanzgut ist nie so gut wie das, was von Natur aus wächst.
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