„Wir gehen nicht auf die Jagd nach Birken!“
Die Pflege dieser Fläche wird durchgeführt von Azubis aus der nahe gelegenen Arbeitsschule und durch Waldarbeiter. Für beide hat Wirtz klare Arbeitsaufträge entwickelt. Die brauchen sie, wenn er sie in diese „grüne Hölle“ hineinschickt. Ziel der Pflege ist es, bestimmte Baumarten zu bevorzugen und andere aus dem Spiel herausnehmen, damit später auch wirklich dieser resiliente Mischwald entsteht.
Azubis und Waldarbeiter gehen dann hier hinein und müssen im Blick dafür haben, wo es eine Eiche gibt oder Edellaubhölzer wie ein Ahorn oder Kirsche. Gibt es irgendwo eine Eiche, gibt es irgendwo Edellaubholz? Dann gehen sie zu dieser Eiche hin und dann gucken sie die an: Hat die ein Problem mit Birken oder Fichten? Wird die überwachsen? Wird die in die Mangel genommen? Dann wird etwas für die getan. Wenn man da aber nichts gefunden hat, dann lassen wir es so. Also wir gehen nicht auf die Jagd auf Birken. Sondern wir machen die Birke nur dann weg, wenn es einen Sinn macht.
Auch die Douglasie ist potenziell ein Feind der Eiche und kommt ggf. weg, wenn sie zur Eiche nur einen Abstand von 5-10 m hat. Findet man aber keine Eiche und kein Edellaubholz in diesem Abstand, dann bleibt die Douglasie stehen. Das Gleiche gilt für die Lärche. Douglasie und Lärche sind deutlich klimaresistenter als die Fichte. Später brauche ich das Bauholz.
Die Leittrieb der Birken werden geknickt, nicht abgeschnitten. Denn würde er abgeschnitten, gingen die Seitenäste direkt wieder hoch und in zwei Jahren wäre die Birke wieder so hoch wie die Eiche. Am geknickten Trieb ist Laub dran, der wächst jetzt zunächst mal so weiter und zieht den Saft aus dem Stamm. Das ist der Sinn von dem Knicken.
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