„Ein Waldarbeiter braucht ein Gefühl für den Wald.“
Ich frage danach, wie Azubis und Waldarbeiter auf die Waldpflege vorbereitet werden.
Wirtz erklärt: Er macht praktische Übungen, bei denen er dabei ist. Er geht also mit den Azubis mit, bis sie es irgendwann kapiert haben. Oder eben auch nicht; es ist wie in der Schule. Leider sind einige auch trotz drei Jahren Ausbildung nicht in der Lage, das geistig umzusetzen.
Auch die Waldarbeiter werden geschult. Aber manchmal ist es frustrierend und er muss mittlerweile akzeptieren, dass es tatsächlich Waldarbeiter gibt, die sind top mit bei der Fälltechnik. Die können also perfekt einen dicken Baum absägen. Aber sie kriegen es intellektuell nicht hin, so etwas zu machen. Es fehlt ihnen diese Eigenständigkeit, sie entwickeln einfach nicht dieses Gefühl für den Wald.
Ausdrücklich lobt Wirtz die Waldarbeiter aus Rumänen. Sie sind fest angestellt bei einem Unternehmer. Im Winter machen sie hier die Holzernte und jetzt will er sie zunehmend auch in die Pflege bringen, weil ihm die Arbeitskapazitäten fehlen. Da hat er jetzt also angefangen, einen Trupp zu schulen. Es sieht klasse aus und er ist sehr zufrieden. Es ist aber auch eine besondere Truppe. Sie haben ihm erklärt, dass sie in den Karpaten, wo die herkommen, schon mit der Motorsäge geboren werden. Sie wachsen also mit Waldwirtschaft auf. Das mache richtig Spaß, mit denen zu arbeiten. Das passt bei denen. Sie haben ein gewisses Gefühl für den Wald. Wenn man das nicht hat, dann nutzt es nichts. Da kann man die die ganze Woche mitlaufen und versuchen, das rüberzubringen. Wenn man kein Gefühl für den Wald hat, dann kann man es nicht umsetzen.
Ich komme noch einmal auf die Azubis bei SaarForst zu sprechen. Man höre ja über Lehrlinge manchmal ganz deprimierende Geschichten.
Backes antwortet: Also erstmal genügend geeignete zu finden, sei ein Problem. Und wenn man das dann mal geschafft hat, die Geeigneten auszusortieren, dann werden diese ausgebildet, und davon wandert dann mehr als die Hälfte wieder ab. Die machen dann etwas anderes, die studieren oder gehen in die Kommune oder machen sich selbständig, die wenigsten bleiben leider hängen. Leider ist das so.
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