„Das Ausgangspotential ist gigantisch!“
Wenn man wissen möchte, wie es hier vor 2019 aussah, muss man nach links, also in Richtung Autobahn A1 schauen. Dort ist ein älterer Bestand von Douglasien, die vom Käfer natürlich nicht gefressen wurden. Wichtig ist, dass unter der Douglasie schon Verjüngung ist – nicht überall, aber teilweise. Und das war auch bei den Fichten so, die vor 2019 auf der rechten Seite standen. Auch dort gab es schon Teilflächen mit Verjüngung. Und es ist ein Riesenunterschied, wenn die Ausgangslage so aussieht und nicht überall nur blanker Nadelboden ist.
Dann wenden wir uns nach rechts und stehen nun vor der großen Fläche, die 2019 komplett vom Borkenkäfer gefressen wurde. Was übrig geblieben ist von den alten Bäumen, sind die Lärchen und ab und zu mal eine Douglasie. Die Verjüngung ist unterschiedlich alt. Denn teilweise war ja schon ein bisschen Verjüngung unter der Fichte. So war bspw. die Eiche unter der Fichte schon da. Ein Teil der Bäume ist also älter als diejenigen, die sich erst seit 2019 eingefunden haben. Dort, wo die Bäume jünger sind, ist es früher sicherlich eine Kahllage gewesen. Wirtz betont: Das Ausgangspotential ist gigantisch! Denn man hat eigentlich alle Nadelhölzer in der Fläche. Man hat die Eiche, die Buche, Ahorn, Kirsche – man findet eigentlich alles, wenn man genau hinschaut.
Aber jetzt muss Wirtz aufpassen: Er will auf keinen Fall hin zu einem Wald, der nur aus Fichten und Birken besteht. Wenn er aber das hier nicht pflegt, wird das unweigerlich die Birke und die Fichte durchsetzen. Dass man hier kaum noch Birke sieht, liegt an der Pflege: die Birken wurden geknickt. Aber hier war satt Birke und satt Fichte. Das ist mittlerweile weg, denn sie machen hier seit 2019 Pflege. Hätte er nichts getan, würde die Fläche anders aussehen. Wenn nichts gemacht worden wäre und die Birke noch da wäre, würde sie jetzt überall oben drüberstehen. Und würde er nun aufhören zu pflegen, würde das in 30 Jahren wahrscheinlich auch ein Mischwald aus Fichte und Birke werden. Denn die Birke hat ein enormes Wachstum, die geht ab wie eine Rakete.
Wirtz sagt nicht, dass er gar nicht pflanzt. Da hinten z. B. steht die Esskastanie. Da war keine Naturverjüngung. Da hat er gesagt, da könnten wir doch eine Mischbaumart bringen, die noch nicht da ist. Genauso macht er das hier mit dem Spitzahorn, mit der Linde, mit der Baumhasel, mit einem Tulpenbaum oder mit einem Hickory, also Baumarten, die noch nicht da sind. Die kommen in eine Lücke, wo noch nichts ist. Wenn er nichts hingepflanzt hätte, dann wäre die kleine Ecke natürlich auch nicht kahl geblieben, sie wäre nur später zugewachsen. Aber so hat er die Lücke genutzt, um eine noch nicht vorhandene Mischbaumart einzubringen.
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