Windwurf im Höllenbachtal im Naturwald Hohenstein

Lage des Windwurfs

Entdeckt habe ich den Windwurf völlig zufällig auf einer Wanderung rund um den Naturwald Schrabstein. Geparkt hatte ich in Langenfeld und bin gegen den Uhrzeigersinn um den Naturwald herumgegangen: Zunächst im Norden des Schrabsteins den Höllenmühlenweg und den Langen Jammer, dann zurück auf der Schneegrundstraße bis zur Brücke über den Höllenbach. Dort beginnt der Windwurf. Die Fotos und das Video entstanden auf dem Fuchsbrückenweg.

© OpenStreetMap

Fuchsbrückenweg und Schneegrundstraße sind Teil der 11. Etappe des Weserbergland-Wegs von Hameln bis Rohdental:
© Outdooractive

Obwohl Weserbergland-Tourismus e. V. stets sehr bemüht ist, Werbung für den Weserbergland-Weg zu machen, will das nicht so recht gelingen. Ich bin keinem einzigen Wanderer begegnet.

Daten zum betroffenen Wald

Westlich vom Windwurf befindet sich der Naturwald Schrabstein:

Karte von Naturwald-Info online

Der Naturwald wird forstwirtschaftlich nicht mehr genutzt. Die natürlichen Prozesse dürfen dort ungestört von menschlichen Eingriffen ablaufen. Dazu gehören auch Windwürfe. Im Naturwald werden sie nicht geräumt. Gäbe es am Höllenbach nur den Naturwald Schrabstein, wäre nur der westliche Rand des Windwurfs geschützt gewesen. Das übrige Sturmholz hätten die Landesforsten aber durchaus aufarbeiten können – so sie es denn gewollt hätten.

Haben die Landesforsten aber nicht. Denn 2018 hatten sie die Bewirtschaftung aller Waldbestände rund um den Schrabstein eingestellt.1Neufassung der Verordnung über das Naturschutzgebiet „Hohenstein“ in der Stadt Hessisch Oldendorf, Landkreis Hameln-Pyrmont vom 13.03.2018 Die Bestände wurden zu Flächen mit Natürlicher Waldentwicklung (NWE).2siehe NWE-NI Info-Portal Alle braunen, blauen und grünen Flächen des folgenden Kartenausschnitts sind NWE-Flächen. Braun steht für Buche, blau für Fichte und grün für „Sonstige Laubbäume mit hoher Lebensdauer“3siehe Legende Baumarten: Bergahorn, Esche, Sommerlinde.

Karte des NWE-NI Info-Portals

Klickt man in der Karte auf die vom Windwurf betroffenen Waldflächen, so öffnen sich Fenster mit Informationen über das Alter der Bäume:4siehe Wie alt ist ein Wald?

Die umgeworfenen Buchen waren rd. 100 Jahre alt. Nimmt man es ganz genau, müsste man sagen: Der Hauptbestand Buchen der 5,65 ha großen Waldunterabteilung nordöstlich der Brücke war 102 Jahre5siehe Wie alt sind die Buchen an der Westendorfer Egge alt. Diese Unterabteilung ist eine NWE-Fläche.Der Hauptbestand der 3,15 ha großen Unterabteilung direkt daneben war 97 Jahre alt. Diese Fläche gehört zum alten Naturwald. In dieser Unterabteilung waren schon 2018 einige Buchen vom Wind umgeworfen worden:

Windwurf 2018 an der Brücke

Windwurf 2018 kurz vor der Brücke

Deutlich älter ist der Hauptbestand südlich der Klippen des Schrabsteins. Auch dort waren schon 2018 einige Buchen umgestürzt.

Naturwald 2018

Der Trend hat sich in den Folgejahren fortgesetzt. Die Menge an Totholz im Naturwald ist beeidruckend:

Naturwald 2026

Vergleich der Totholzmengen 2018 und 2026

Besonders beeindruckend ist, wie schnell sich manchmal die Totholzmenge vergrößert. Die nächsten beiden Fotos entstanden an der Gabelung des Höllenbachs am Ende des Fuchsbrückenwegs – das eine 2018, das andere 2026.

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