Allgemeines Desinteresse am Windwurf
Desinteresse der Lokalzeitung
Über den Windwurf im Höllenbachtal steht nichts in der Deister-Weser-Zeitung, der großen Lokalzeitung im Weserbergland. Ich hatte erwartet, dass man wenigstens einen klitzekleinen Artikel vielleicht über eine Sperrung des Weserberglandwegs findet. Aber nichts dergleichen. Dabei hätte man aus diesem nicht gerade kleinen Windwurf eine hübsche Titelgeschichte basteln können:
„Katastrophe am Höllenbach! Orkan wirft mehrere ha Buchen um! Folge des Klimawandels?“
Auch mit anderen Titeln hätte man um Aufmerksamkeit buhlen können:
„Chaos am Höllenbach. Bleiben nun die Touristen aus?“
Oder man hätte Stimmung gegen das große und neue Schutzgebiet am Hohenstein machen können:
„Natur Natur sein lassen? Die toten Buchen vom Höllenbach“
„Buchenfriedhof am Höllenbach! Wie reagieren die Landesforsten?“
„Sägewerksbesitzer protestiert: Nun verschimmelt das Sturmholz“
Es ist sonderbar. Als 2018 die Fichten starben, überboten sich die Zeitungen fast wöchentlich mit immer neuen Weltuntergangsgeschichten. Aber über diesen Windwurf wurde nicht berichtet. Wahrscheinlich hat man ihn überhaupt nicht bemerkt. Keine Oma wurde vom Baum erschlagen. Kein Feuerwehrmann beim Einsatz verletzt.
Desinteresse des Forstamts Oldendorf
Also keine Meldung in der Zeitung. Und auch keine auf der Homepage des zuständigen Forstamts Oldendorf. Dabei hätte das doch gut auf die Webseite „Schützen im Forstamt Oldendorf“ gepasst und zum Kapitel „Hohenstein – Urwald von morgen“. Aber nichts. Auch kein Hinweis auf Führungen mit dem Naturwaldförster. Und kein Informationsschild am Fuchsbrückenweg. Leider.
Desinteresse der Tourismus-Industrie
Beim Naturpark Weserbergland wusste man nichts über den Windwurf: „So viele Menschen kommen da auch nicht vorbei.“ Auch Weserbergland-Tourismus weiß von nichts. Man informiert bei den Etappen des Weserbergland-Wegs über alles Mögliche, aber nicht über Windwürfe. Auch nicht über Naturwälder. Oder Urwälder von morgen. Rattenfänger. Schillathöhle. Wasserfall. Aber nichts über den Wald.1siehe Weserbergland-Weg, 11. Etappe: Hameln bis Rohdental
Desinteresse der Öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Im März 2025 strahlte der NDR in der Reihe „Die Nordreportage“ einen halbstündigen Beitrag aus. Titel: „Ganz schön wild – Einsatz für den Urwald von morgen“. Der Windwurf im Höllenbachtal kommt darin nicht vor. Und das, obwohl 2024 gedreht wurde und der Windwurf damals gleich um die Ecke passierte. Man hätte im Höllenbachtal filmen können, wie ein Urwald ganz von allein entsteht. Aber das hat das Fernsehteam offenbar nicht interessiert.
Ich weiß nicht, ob sich Naturwaldförster Heiko Brede der Problematik der Schlusssätze des Films bewusst ist:
„In Heiko Bredes Wald ist es wieder ein bisschen wilder geworden. Der Förster ist einen guten Schritt weiter auf dem Weg zum Urwald von morgen.“2Hervorhebungen von mir