„Zurück zur Natur! Ist sehr gut gelungen!“
Förster im Film
Förster am Ende der Dienstzeit – Zuschauer am Ende mit den Nerven
Der Film stellt Behauptungen auf, die vollkommen unverständlich sind:
„Der Förster muss mit dem Wald zwar kein Geld mehr verdienen. Aber jetzt wollen viele mitreden beim Umbau des Waldes und der Frage, wie genau der Urwald von morgen im Solling aussehen soll.“
Mitreden beim Umbau des Waldes? Ruft vielleicht der Bürgermeister von Delliehausen bei Förster Martensen an und teilt mit, die Stadt möchte auf dem Schönenberg gerne einen 10 ha großen Lindenwald haben? Seit wann haben Bürger ein Mitspracherecht bei einem Naturschutzgebiet? Darf man neuerdings beim Forstamt schriftliche Anträge zum Waldumbau einreichen? Leider wird die Sache überhaupt nicht klarer durch das, was Martensen dazu sagt:
„Diesen gesellschaftlichen Anspruch an den Wald spüren wir natürlich noch stärker, der wird noch deutlicher, stärker fokussiert. Ganz konkret, dass aus dem Naturschutzbereich eben möglichst viel an natürlichen Entwicklungen erwartet wird.“
Wovon redet Martensen? BUND und NaBu erwarten viele natürliche Entwicklungen? Ist dieser „Anspruch“ etwa nicht berechtigt? In einem Wildnisgebiet?
„… die Kommunen natürlich eigentlich ein Interesse haben, auch ein Benefit von diesem Projekt zu haben, also können sie es besser touristisch vermarkten – also zumindest wollen sie ihre Wanderwege behalten.“
Die Kommunen wollen das Wildnisgebiet touristisch vermarkten? Wie kommen sie nur auf diese Idee? Martensen nimmt den Kommunen ihre Wanderwege weg?
„Und dann gibt es natürlich auch Befürchtungen aus der Bevölkerung. Dass es kein Brennholz mehr gibt. Von der Feuerwehr, dass es brennt. Das fokussiert sich an diesem Projekt deutlich stärker als an dem normalen Wald.“
Es gibt kein Brennholz mehr? Im Solling? 38.000 ha Wald?1Naturnah: Solling ist Waldgebiet des Jahres, HNA vom 9.3.2013 Und im Wald brennt es? Vielleicht weil die Feuerwehr nicht mehr über die gesperrten Wanderwege …
„Dass diese Anfangsphase so zäh ist, bis sich diese Mechanismen so gefunden haben, wer wird eingebunden und wer sagt wann, was er gerne möchte, das habe ich ein bisschen unterschätzt, aber ich habe es gerne angenommen, ja. So gegen Ende meiner Dienstzeit noch mal eine neue Aufgabe das finde ich schon spannend auch. Interessant ist es einfach auch so dieses Zusammenspiel der vielen verschiedenen Interessenten mitzubekommen. Auch vielleicht ein bisschen auszugleichen, das finde ich dann auch schon wiederum motivierend.“
Wer wird denn eingebunden? Wer sagt, was er gerne möchte? Von wem redet Martensen? Warum nennt er nicht wenigstens ein einziges konkretes Beispiel?
Aber es kommt noch schlimmer: Martensen hat das „gerne angenommen“. Am Ende seiner Dienstzeit habe er eine „neue Aufgabe“ gefunden und die findet er „spannend“. Und „auch schon wiederum motivierend“? Es soll Zuschauer geben, die solche privaten Bekenntnisse vor der Kamera peinlich finden. Und überflüssig.
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