Notwendigkeit von Weisergattern
Nicht beantwortet durch solche Vegetations- und Verbissaufnahmen sind Fragen, die sich stellen, wenn man so etwas sieht wie am Stumpfrücken im Revier Wernigerode:
Warum wächst hier so wenig? Liegt es an der Kälte im Winter? An der Hitze im Sommer? Mangelt es an Nährstoffen? Kommen keine Samen durch Vögel oder Wind? Brauchen die Samen im Boden noch mehr Zeit zum Keimen? Oder liegt es am Wildverbiss? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, müssen Weisergatter aufgestellt werden. Wenn auch im Weisergatter nichts wächst, dann liegt es zumindest nicht an den Rothirschen.
Sehen Sie die Bergahorne links unten im Bild? Warum wächst der nur direkt am Wanderweg aber nicht auf der Fläche? Ist das Zufall oder fressen die Hirsche lieber auf der Fläche und nicht am Weg? Auch solche Fragen könnte man mit einem Weisergatter beantworten.
Warum wachsen auf der Kalamitätsfläche eigentlich nur Birken? Warum spricht FD Reckleben wie selbstverständlich von einer Birkensukzession? Was ist mit den anderen Pionierbaumarten? Mit Aspe, Eberesche und Salweide? Und wo sind eigentlich die Sträucher? Wo sind Hasel? Holunder? Faulbaum? Ob diese kaputt gebissen werden, das kann nur mit Weisergattern geklärt werden.
Die Gutachten werden am besten von unabhängigen Fachleuten erstellt. Denn nicht nur ist die Arbeit so aufwändig, dass die Revierförster dafür überhaupt keine Zeit haben. Sie wären möglicherweise auch voreingenommen und würden Gefälligkeitsgutachten erstellen. Auf der Grundlage unabhängiger und fachmännisch erstellter Gutachten wird dann ein Abschuss festgelegt. Und um zu beurteilen, ob die Abschusszahlen zu hoch oder zu niedrig sind, müssen die Gutachten regelmäßig wiederholt werden. Wie so etwas genau geht und wie dann die Ergebnisse aussehen, das kann man sich z. B. im Abschlussbericht des Rehwildprojekts in NRW anschauen.
Nach oben
Zurück zur Einleitung
Nächste Seite: Ein Paradies für Rothirsche