Kahlschläge am Lorbach

Programmierte Wiedervernadelung

Förster nennen die Rückkehr der Fichte auf Kahlschlägen salopp „Wiedervernadelung(siehe die vorzüglichen Fotos von Michael und Pia Kunkel zur Wiedervernadelung im Glashüttenspessart, zum Thema siehe auch ihre Seite zur Übernutzung der Nadelwälder). Genau diese Wiedervernadelung kann man auch im Lorbachtal beobachten. Die Bäume, die am schnellsten den Kahlschlag zurückerobern, sind die Fichten. Sie vermehren sich wie Förster sagen „wie Haare auf dem Hund“. Nicht „Erle, Birke und Co“ kehren zurück, sondern die Fichte:

 

Buchenwald am Lorbach

Am südwestlichen Ende des Wanderwegs – dort, wo ich wieder umgekehrt und zum Parkplatz zurückgegangen bin – steht südlich des Lorbachs ein alter Buchenwald auf einem Talhang. Unterhalb des Buchenwalds verläuft ein alter ehemaliger Weg und dann folgt eine 10-15 m breite Zone, die zum Bach hin abfällt und in der das Nationalparkforstamt Dutzende alte Fichten gefällt hat. Dann kommt der Lorbach. Auf den Fotos erkennt man ihn als schmales dunkelgrünes Band aus Binsen und Gräsern an seinem Ufer:

 

Ich stelle mir eine Bachelor-Prüfung im Fach Forstwirtschaft vor – z. B. an der FH Eberswalde. Dem Prüfling werden die zwei obigen Fotos gezeigt und er wird gefragt, was die potenzielle natürliche Vegetation auf der kahlgeschlagenen Fichtenfläche ist. Und der Prüfling antwortet freudestrahlend: „Ein Auwald mit Erlen, Birken und Eschen!“ (siehe Foto und Bildunterschrift auf S. 18 des Leistungsberichts 2011) Ich fürchte, das ist der Moment, wo den Prüfern die Gesichtszüge entgleiten.

 

Im Ernst: Der einzige Grund, warum die Buchen sich nicht bis nach unten zum Bach ausgebreitet haben, war die Rodung des unteren Hangbereichs für Wiesen und das spätere Anpflanzen von Fichten. Der untere Hang ist weder nass, noch wird er regelmäßig überschwemmt. Die Buche ist dort der konkurrenzstärkste Baum (vergleiche Fotos von naturnahen Bächen in der Eifel).

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