Insektensterben – Wer ist schuld?

„In diesen Tagen feiert die makroökonomische Dummheit wieder fröhliche Urständ. Und es Dummheit zu nennen, ist keine Über- sondern eher eine Untertreibung.“
Heiner Flassbeck1O bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao! 23.5.2018

Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Johannes Steidle ist Professor am Institut für Zoologie der Universität Hohenheim. Sein Fachgebiet ist die Tierökologie. Über das spezielle Thema des Insektensterbens wird er viele wissenschaftliche Aufsätze gelesen haben. Wahrscheinlich hat er darüber auch mit Fachkollegen diskutiert und vielleicht sogar Kongresse zu diesem Thema besucht. Gegenüber Laien besitzt er einen deutlichen Wissensvorsprung. Zwei kleine Risse bekommt dieses Bild dadurch, dass Steidle sich über das Insektensterben im Wald irrt und auch offenbar nicht selbst zum Insektensterben forscht; er präsentiert ausschließlich Studien von anderen Wissenschaftlern. Trotzdem sei zugestanden, dass die Akademie der Diözese Rottenberg-Stuttgart ihn vermutlich zu Recht als naturwissenschaftlichen Experten zum Insektensterben eingeladen hat.

Kein Experte für Wirtschaftswissenschaften

Worauf es mir ankommt, ist, dass Steidle kein Experte für Wirtschaftswissenschaften ist. Er hat dort nicht promoviert und auch nicht habilitiert. Und selbst wenn Steidle Professor für Wirtschaftswissenschaften wäre, würde es das nicht automatisch besser machen: Die Liste hochnotpeinlicher Irrtümer von Wirtschaftsprofessoren ist lang – sehr lang, wie ich auf den nächsten Seiten zeigen werde. Auf jeden Fall gilt: Wenn Steidle sich in seinem Vortrag zu wirtschaftlichen Dingen äußert, tut er das als Privatmann. Auf wirtschaftlichem Gebiet ist er genauso schlau und genauso dumm wie ein Laie. Er besitzt keinen Wissensvorsprung und er spricht auch nicht mit der Autorität eines Professors und Doktors.

Privatmann, nicht Professor

Es wäre nur fair gewesen, wenn Steidle vor den oben zitierten Aussagen laut und deutlich gesagt hätte, dass er dies nun als Privatmann und nicht als Professor sagt, dass dies seine ganz persönliche Meinung ist und diese Meinung nur eine unter vielen ist. Steidle tut dies nicht und präsentiert Aussagen wie „Nachhaltige Landwirtschaft ist teurer!“ als unumstößliche und selbstverständliche Wahrheit, an der kein vernünftiger Mensch zweifeln kann. Das grenzt an Hochstapelei: Ein Hochstapler will mehr scheinen, als er ist. Und seine Aussagen sind falsch, wie ich auf den nächsten Seiten zeigen werde.

Und nur der Vollständigkeit halber: Steidle ist auch kein Experte für Politik.

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