Exkurs: „Und dann kam der Hase.“
In diesem Waldteil wird seit Jahren das Rehwild im Rahmen von Einzeljagd und Drückjagd konsequent und intensiv bejagd. Daher ist dort mittlerweile eine Situation entstanden, dass genügend Mischbaumarten auch ohne Schutz überleben würden. Deshalb sind die vielen Tubexröhren erklärungsbedürftig, die man auf der Fläche sieht. Denn es gibt Leute, die das nicht schön finden und fragen, ob das denn sein müsse.
Wirtz erzählt dann, was ein Jäger erlebt hat. Vor dem Hochsitz war eine frische Kahlfläche, ungefähr 2 ha groß. Und auf dieser Fläche hat der Jäger 14 Hasen gezählt. Jetzt, wenn die Fläche zuwächst, wird es langsam uninteressant für die Hasen. Die Fichte läuft auf. Wir nennen das Bürstenwuchs. Junge Fichte steht neben junger Fichte. Und mittendrin steht eine kleine Eiche. Der Hase kommt wegen der Fichte nicht an die Eiche heran. Dann kommt die Eiche ohne Verbiss durch. Aber in dem Moment, wo der Hase die Eiche findet, wenn er hier auf dem blanken Boden dran kommt, ist sie gemäht. Deswegen hat er sich hier für die Tubex entschieden. Überall, wo die jungen Eichen waren, hat man dann die Tubex drübergestülpt wegen der Hasen. Aber damit ist die Pflege der Eichen noch nicht beendet: Denn später muss er die kleine Eiche, die in der Tubex drinsteht, verteidigen gegen Birke und gegen Vogelbeere.
Leittrieb der Buche glatt abgebissenKlar könne man sagen: Das sieht aus wie Soldatengräber! Ja, es sieht wirklich nicht schön aus, aber was ist die Alternative? Man kann hier überall den Hasenverbiss sehen. Der fühlt sich hier eben pudelwohl. Denn hier ist eine Freifläche. Da hinten, wo die jungen Bäume schon dicht stehen, da ist es ihm zu gefährlich. Aber hier auf der Freifläche, wo er flüchten kann, da ist das Hasengelände. Das ist ja die einzige Möglichkeit, sich zu verteidigen, die der Hase hat: abzuhauen, zu flüchten.
Die Vogelbeeren übrigens, die kriegt der Hase nicht gefressen, weil die wachsen so schnell aus dem Hasenmaul heraus. Mit Rehen gibt es keine Probleme: Man sieht ja hier auch an der Himbeere, wie die kommt. Das ist ja eigentlich auch Rehwildfutter. Wenn so viel Himbeeren da sind, kann das so schlimm mit dem Rehwild gar nicht sein. Hier blüht ja das Weidenröschen sogar. Also das Problem ist wirklich nur der Hase – für die Eichen, nicht für das Weidenröschen. Denn das wächst so schnell, dass der Hase da gar nicht hinterherkommt.
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