Shithole Wildnisgebiet Solling

„Es ist alles bloß der Anfang. Eins führt zum Nächsten.“
John Sugar

Shithole Wildnisgebiet

Ich suche nicht aktiv nach Kahlschlägen. Es ist nicht so, dass ich sie finde – sie finden mich. In den folgenden Hieb bin ich direkt nach dem Limker Strang hineingelaufen. Er liegt schräg gegenüber dem Naturwald, westlich des Panzerwegs.

In den Naturwald darf ich nicht. Auf dem Schlag dürfte ich kreuz und quer herumlaufen – auf der Suche nach dem schönsten Stubben. 

Auf dem Informationsschild der Landesforsten lesen wir dazu:

„Umsetzung von Initialmaßnahmen. Wo auf großen Flächen noch Fichte vorkommt, wird die Entwicklung von Laubwald angestoßen.“

Wald in guten Händen – Niedersächsische Landesforsten. Es gibt Menschen, die das so sehen. Ich sehe das nicht so. Ich werde wütend.

Aber das ist nur mein ganz persönliches Empfinden und meine ganz persönliche Meinung. Die natürlich in den Augen der Landesforsten vollkommen falsch ist.

Ich jedenfalls erlebe das Wildnisgebiet als Shithole. Als Rattenloch. Als Saustall.

Hantiert mit der Motorsäge, wo ihr wollt. Pflanzt, wo ihr wollt. Bekämpft den Käfer, wo ihr wollt. Schützt den Forst, wo ihr wollt. Aber nicht hier.

Sonst hegen und pflegen sie ihre Fichten mit einer Achtsamkeit, dass ihre Ehepartner eifersüchtig werden. Aber im Schutzgebiet, da wüten sie wie die Hunnen von Kaiser Wilhelm II: „Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!“ Alles, was das forstwirtschaftliche Lehrbuch an „waldbaulichen Maßnahmen“ hergibt, wird gegen die Fichten aufgeboten: Abtrieb, Saumhieb, Räumung, Femel, Auszug.1Managementplan, S. 12 Und die Krönung ist es, wenn im Schutzgebiet die Fichten abgeräumt werden, um die im Wirtschaftswald zu schützen.

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