Shithole Wildnisgebiet Solling

Maßnahmen gegen Shitholes

Ich weiß nicht, warum aus dem Wildnisgebiet ein Haufen Mist geworden ist. Möglich, dass die Verantwortlichen einfach gedankenlos sind. Sie denken über Fichten und deren Vernichtung nach, nicht aber darüber, wie man verhindert, dass aus einem Wald ein Drecksloch wird. Möglich ist aber auch, dass es keine Gedankenlosigkeit ist, sondern Absicht. Man denkt nicht nur nicht über die Bedürfnisse der Menschen nach, sondern man missachtet sie bewusst. Und noch schlimmer: Man richtet das Gebiet so ein, dass die Menschen abgeschreckt werden. Sie sollen draußen bleiben. Sie stören. Sie machen Lärm. Sie verschmutzen alles. Sie vertreiben die Tiere. Sie zertrampeln die Pflanzen. Sie machen alles kaputt. Sie sind hier nicht willkommen. Es könnte sein, dass die Verantwortlichen für das Wildnisgebiet tatsächlich Menschenfeinde sind.

Und in gewisser Weise ist es verrückt, dass ich jetzt Maßnahmen vorschlage, damit das Wildnisgebiet nicht endgültig und unwiderruflich vor die Hunde geht. Denn früher waren solche Maßnahmen selbstverständlich. Ein menschenfreundliches Wildnisgebiet braucht:

  • gut ausgeschilderte und große Parkplätze,
  • Toiletten,
  • Informationstafeln über Wanderwege und Sehenswürdigkeiten an den Parkplätzen und an wichtigen Kreuzungen im Wildnisgebiet,
  • Informationstafeln über das Wildnisgebiet, seine Tiere und Pflanzen an markanten Orten, wo man auch sehen kann, worüber die Tafeln informieren,
  • Wegweiser,
  • Rundwanderwege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit,
  • Bänke,
  • Schutzhütten,
  • Aussichtspunkte – Bänke auf Lichtungen oder Aussichtstürme,
  • eine Waldgaststätte,
  • Spielplätze,
  • ein Informationszentrum über das Wildnisgebiet,
  • Ranger für regelmäßige Führungen.

Und nein – das alles ist nicht verrückt. In jedem Nationalpark ist das alles selbstverständlich. Und nicht nur dort:

  • Ich bin heute am Süntelturm bei Bad Münder gewesen. Man schaue sich einmal die vielen Menschen an dieser Waldgaststätte an! Sie haben dorthin einen Ausflug gemacht, sie essen, sie trinken, sie unterhalten sich, Kinder spielen. Sie freuen sich. Sie haben gute Laune. Eine Idylle. Ein Stück heile Welt. Das alles gibt es im Wildnisgebiet nicht.
  • Unweit des Turms haben Bürger der Stadt Münder an einer Lichtung eine große Aussichtsplattform mit zwei Bänken gebaut. Dort hat man einen fantastischen Blick auf die Landschaft. Als ich dort saß, kam eine Gruppe von Damen, die sich ebenfalls dort hinsetzten, um ein wenig auszuruhen, etwas zu trinken und zu schwatzen. Die Damen hatten dort so viel Spaß und so eine gute Laune, dass es förmlich ansteckend war. Es braucht solche Aussichtsplattformen, und wer meint, die Damen könnten auch ohne Plattform gute Laune haben, weiß nicht, wie Menschen ticken.
  • Auf dem Rückweg kam ich an einem Informationsschild über Wanderwege vorbei. Schon von weitem hatte ich laute Stimmen gehört. Sie kamen von zwei Ehepaaren, die vor diesem Schild standen und intensiv – offenbar kontrovers – über ein Problem ihrer Wanderung diskutierten. Selbst als die Männer schon weitergegangen waren, blieben die beiden Frauen immer noch vor dem Schild stehen und diskutierten weiter. Eine machte ein Foto mit ihrem Handy von einem Ausschnitt des Schilds. Informationsschilder sind wichtig.

Für alle Maßnahmen wäre das Geld da, denn:

„Das Land Niedersachsen unterstützt die Entwicklung des Gebietes mit erheblichen finanziellen Mitteln.“1Managementplan, Prolog

„Das Grauen! Das Grauen!“
Apocalypse Now

Schluss

Wenn ich den offiziellen Managementplan lese, packt mich das Grauen. Nicht nur wegen des Kapitels über „Besucherlenkung“. Das Kapitel über „Lebensraum-Management“ macht mir regelrecht Angst. Im Solling droht ein Wüstegarten 2.0, ein Hirschgespreng 2.0, ein Heinrich-Heine-Weg 2.0.

Wüstegarten im Nationalpark Eifel – 2013

Hirschgespreng im Nationalpark Bayerischer Wald – 2014

Heinrich-Heine-Weg im Nationalpark Eifel – 2014

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