Shithole Wildnisgebiet Solling

Etikettenschwindel Wildnisgebiet

Böse Zungen werden behaupten, die Niedersächsischen Landesforsten hätten auf die weitere Bewirtschaftung des Wildnisgebietes verzichtet, weil es kurz- und mittelfristig hier ohnehin nichts mehr zu holen gibt. Die Bestände sind auf absehbare Zeit nicht hiebsreif.

Entweder sind sie nach Kahlhieb gerade erst frisch aufgeforstet oder vom Buchenbestand sind nach Besamungs– und Lichtungshieb nur noch Jungwuchs oder Jungbestand übrig.

Einsam und verloren stehen die Überhälter überall herum und sind das, was sie immer sind: krank.

Nur ganz vereinzelt gibt es klitzekleine Flächen, die mit vielen hohen und älteren Buchen bestockt sind. Aber das sind Reste und dahinter sieht man immer die abgeernteten Löcher.

Der Text auf dem Informationsschild über das Wildnisgebiet stimmt:

„Ökologisch besonders wertvoll sind vor allem altholzreiche Buchenwälder mit starken Bäumen, Stämmen und Höhlen, Faulstellen und Astabbrüchen und viel Totholz. Jene Strukturen der Alters- und Zerfallsphase des Waldes bilden wiederum den Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Tier-, Pilz- und Pflanzarten. Diese bislang im Gebiet noch relativ selten vorkommenden Strukturen und Arten werden durch den Verzicht auf die Holzernte zukünftig auf großer Fläche zu finden sein.“1Informationsschild, Hervorhebung von mir

Zukünftig sind wir alle tot.

„Einen ersten Eindruck der zukünftigen Entwicklung vermittelt heute bereits der Teilbereich ‚Limker Strang‘, den die Landesforsten seit den 1970er Jahren nicht mehr bewirtschaften.“2ebd.

50 Jahre dauert es also. Dann werden unsere Enkel 1000 ha „altholzreiche Buchenwälder“ sehen. Heute aber vermittelt der Limker Strang nicht einmal einen „ersten Eindruck“: Es herrscht Betretungsverbot. Und von außen sieht man nichts. „Teilbereich“ trifft die Sache übrigens auch nicht: 20 ha von 1000 ha sind kein „Teilbereich“, 2 % sind peinlich. Auf mehr aber haben die Landesforsten damals nicht „verzichtet“.

In 50 Jahren wird es vielleicht auch Wege für Wanderer geben und nicht nur Pisten für Mountainbiker. Dann werden Besucher gerne langsam und in aller Ruhe durch den alten Buchenwald spazieren. Vielleicht wird es sogar Bänke geben, auf denen man gerne verweilt, weil der Augenblick so schön ist. Zurzeit aber rasen die Biker auf ihren E-Bikes durch den Forst und schauen besser nicht nach links und rechts. 

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