Nationalpark-Aktivisten beschädigen Forwarder im Steigerwald

Die Bekennermail

Nach dem Artikel in der Main-Post vom 28.12. meldet sich eine Gruppe mit dem Namen „Aktivistis für einen Nationalpark Steigerwald“ mit einer E-Mail bei der Redaktion und bekennt sich zur Tat. Die Mitglieder der Gruppe bleiben anonym:

„Es liege keine Sachbeschädigung vor, denn die Maschine sei nicht mit Grafitti-Spray beschädigt, sondern lediglich mit einem Kreidespray besprüht worden, wird betont. ‚Die Kreidefarben sind mit Wasser abwaschbar.‘ […] Mit dieser „symbolhaften Bild-Aktion“ habe man die massiven Fällungen von Starkbuchen thematisieren wollen, mit dem der Forstbetrieb Ebrach einen Nationalpark Steigerwald verhindern will, heißt es in der Erklärung der Gruppe. Dem Eigentümer des Forwarder sei dadurch kein dauerhafter Schaden entstanden. ‚Es wird natürlich nicht der Forstunternehmer für die massiven Fällungen verantwortlich gemacht, sondern die bayerischen Staatsforsten.‘ Aus diesem Grund habe man mit dem Unternehmer telefonischen Kontakt aufgenommen und ihm angeboten, das Kreidespray auf der Maschine wieder per Hand abzuwaschen.“1Nationalpark-Aktivisten wollen die Forstmaschine reinigen, Main-Post vom 29.12.2020

Die Reaktion von Forstunternehmer Binder auf die Bekennermail

Tatsächlich meldet sich ein „Herr Rosenheimer“ beim Christian Binder. Für das Verhalten der sogenannten „Klima-Aktivistis“ hat er kein Verständnis:

„‚Geschmiert ist geschmiert‘, betont er. ‚Ich kann doch nicht fremdes Eigentum mit Kreide beschmieren und dann einfach sagen, es geht schon wieder weg.‘ Binders Ärger ist verständlich, denn wie jetzt bekannt wurde ist das Beschmieren der Holzrückemaschine nicht die erste Attacke gewesen. Ende November haben unbekannte Täter Erde in den Tank der großen Maschine gefüllt und dadurch einen erheblichen Sachschaden verursacht.“2Nationalpark-Aktivisten wollen die Forstmaschine reinigen, Main-Post vom 29.12.2020

Die Reaktion von Grünen-MdB Badum

Lisa Badum hatte sich schon am Vortag von der Sachbeschädigung distanziert. Nun nimmt sie ein zweites Mal Stellung:

„Offensichtlich gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, wie und ob der Nordsteigerwald bewirtschaftet werden sollte. Diese können jedoch nicht dazu führen, dass Sachbeschädigungen durchgeführt werden oder Bundestagsabgeordnete sich allein mit einer Fotoaktion im Wald verdächtig machen.[…] Als Freundin des Steigerwalds lade ich alle, die an der aktuellen Diskussion mitwirken, wie die Bayerischen Staatsforsten, den Bund Naturschutz und auch Christian Binder sowie weitere Forstunternehmer, zu einem Runden Tisch ein, um die Argumente für ein Fällungsmoratorium in diesem Winter auszutauschen. Wir sollten der Bevölkerung zeigen, dass alle Akteure zu ihrem Wohle wirken wollen.“3Nationalpark-Aktivisten wollen die Forstmaschine reinigen, Main-Post vom 29.12.2020

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