Das dritte Drittel des Eckerlochstiegs
Hinweise:
- Die Zitate auf dieser Seite stammen – mit Ausnahme des Ausrufs vom Schüler – alle von der offiziellen Homepage des Nationalparks: Die Wälder des Nationalparks – Fichten-Bergwald. Und ja, die Zitate sind wirklich original von der aktuellen Webseite. Sie wurde von mir Anfang Juni 2025 aufgerufen.
- Die Fotos sind chronologisch geordnet.
Das letzte Drittel des Stiegs führt vom Bahnübergang hinauf zur Brockenstraße. Es ist nur rd. 1 km lang, aber sehr steil und anstrengend. Von 860 Hm geht es bis auf 1010 Hm: 150 Hm oder 15 % Steigung. Ein Schüler, der als erster die Brockenstraße in Sichtweite hatte, rief seinen Mitschülern zu:
„Nur noch ein kleines Stück. Gleich habt Ihr die Sch… überstanden!“
Ich würde es vielleicht etwas diplomatischer formulieren, aber es geht nicht nur steil bergan, sondern buchstäblich über Stock und Stein. Vor allem über Stein. Und es sind große Steine.
Um falschen Interpretationen des obigen Fotos vorzubeugen: Über diese Stöcke muss man nicht klettern, denn dieser imposante Verhau liegt rechts neben dem Weg. Etwas weiter unten fließt das Schwarze Schluftwasser.
Nach diesem Schild am Abzweig des Bahnparallelwegs kurvt der Eckerlochstieg nach rechts und es beginnt die Quälerei des Aufstiegs.
Wenn ich vor lauter Atemnot und Herzrasen Augen für den mich umgebenden Wald gehabt hätte, dann hätte ich mich vielleicht daran erinnert, dass ich nun im Bergfichtenwald war:
„Oberhalb von 800 Meter Höhe ist das natürliche Reich der Fichte, die in den Hochlagen des Harzes seit tausenden Jahren heimisch ist.“
„Auf umgestürzten Fichtenstämmen ist der Schulterbock auf der Suche nach einem Käferweibchen.“
An umgestürzten Fichtenstämmen herrschte hier kein Mangel. An Käferweibchen und -männchen schon.
„Er [= der Schulterbock] muss sich vor dem Tannenhäher in Acht nehmen, dessen Krächzen die Stille des Waldes durchbricht.“
Kein Krächzen. Kein Tannenhäher.
„Ganz leise dagegen verhält sich der Fichtenkreuzschnabel, wenn er auf der Suche nach gehaltvollen Samen an den Fichtenzapfen turnt.“
Auch kein Fichtenkreuzschnabel.
„Mit etwas Glück kann man den Sperlingskauz entdecken. […] Im Harz hat man den Sperlingskauz lange vermisst, doch seit Ende der 1980er Jahre ertönt in den Hochlagen wieder sein Flöten.“
Kein Glück. Kein Flöten.
„Junge Fichten wachsen vor allem auf dem vermodernden Holz umgestürzter Bäume, das aus der Krautschicht heraus ragt.“
Am Eckerlochstieg wachsen die jungen Fichten neuerdings vor allem auf dem Boden.
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