Der Höllenstieg zum Brocken

Vom Scheffel-Weg zum Forstmeister-Sietz-Weg

Hinweis: Die Fotos auf den folgenden Seiten wurden mit einer über 10 Jahre alten Canon PowerShot G16 aufgenommen.

Das kurze Stück vom Scheffel-Weg zum Forstmeister-Sietz-Weg führt von 800 auf 860 Hm. Ab 800 Hm betritt man nun laut Stichprobeninventur 2015 -2017 die „Hochlagen (1. Höhenstufe > 800 m u. NHN)“.1S. 36 – 39 Bei der Inventur wurden eine Unmenge von Daten erhoben: So stellte man z. B. fest, dass auf ungefähr 50 % der Stichprobenpunkte lebende Fichten mit einem BHD > 30 cm standen. Nun – nach der Borkenkäferkalamität stehen die da jetzt nicht mehr – zumindest nicht mehr lebend.

Wie es hier einmal ausgesehen hat, lassen die Abb. 41, 44 und 49 der Stichprobeninventur erahnen:

„Blößen und Verjüngungspunkte20-6 cm BHD sowie Jungbestände37-29 cm BHD sind hier wesentlich stärker vertreten, mittleres430-49 cm BHD und starkes550-69 cm BHD Baumholz haben dagegen deutlich geringere Anteile.“6Stichprobeninventur, S. 36 und Tab. 15

10 Jahre später haben die jungen und dünnen Fichten noch weiter zugenommen; die alten und dicken dagegen gehören nun alle zum stehenden Totholz.

Oder zum liegenden Totholz. Und zwischen den mächtigen Stämmen wachsen junge Ebereschen.

Fichtentotholz gab es schon vor 10 Jahren sehr viel: 119 m3/ha. Stehendes Totholz 79 m3/ha, liegendes Totholz 40 m3/ha. Also doppelt so viel stehendes als liegendes Totholz. Und das bereits vor der Borkenkäferkalamität. 

Solche Zahlen sind sensationell und in einem Wirtschaftswald völlig ausgeschlossen. Kein Wunder, dass die Höhenlagen von Anfang an nie zur Naturentwicklungszone, sondern immer schon zur Naturdynamikzone gehörten:

„In der sogenannten Naturdynamikzone erfolgen keine menschlichen Eingriffe mehr.“

Welche „Waldentwicklungsmaßnahmen“ hätte man auch ergreifen sollen? Fichten pflanzen?

Die NLP-Verwaltung hatte offenbar lange Angst, dass der Totholzreichtum der Höhenlagen den Touristen nicht gefallen könnte:

„Auch wenn die teilweise wild übereinanderliegenden Überreste der umgestürzten Bäume nicht jedem gefallen, für den Urwald von morgen sind sie wichtig und notwendig.“

Wie die Jahre nach der Borkenkäferkalamität zeigen, stört es die Touristen offenbar überhaupt nicht. Hotels und Pensionen sind trotz der hohen Preise voll und am Brocken treten sich die Touristen auf die Füße. Das aktuelle Problem für den Tourismus im Harz ist nicht der Borkenkäfer, sondern der Personalmangel.

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