Kahlschlag im Nationalpark Eifel – Zustimmung der Arbeitsgruppe

Vorstellung der Teilnehmer

Josef Wegge ist Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der Biologischen Station Aachen. Die Station ist der zweite Projektträger (in der Teilnahmeliste orange markiert).

Florian Zieseniß und Markus Vollmer (in der Teilnahmeliste ebenfalls orange markiert) vertreten den Bundesforstbetrieb Rhein-Weser. Auch dieser ist am Projekt direkt beteiligt (siehe „Fichten sollen einer heimischen Pflanzenwelt Platz machen“, Pressemitteilung des Nationalparks vom 18.1.2012). Markus Vollmer war als Leiter des Forstreviers Vogelsang zuständig für die dortigen Kahlschläge. Florian Zieseniß ist Leiter des Forstreviers Wahner Heide. Er steht im Mittelpunkt einer Reportage des Kölner Stadtanzeigers vom 9.9.2011 mit dem bezeichnenden Titel „Panzer als Ersatz-Naturkatastrophe„. Als typischer Vertreter eines Naturschutzes, der sich dem Schutz von Steppen verschrieben hat, freut er sich natürlich über die kahlgeschlagenen Steppen am Wüstebach. Vermutlich müssen wir dankbar sein, dass er nicht Panzer im Wüstebachtal manövrieren lässt, um die „Artenvielfalt“ zu fördern. Ein Foto, das mehr als 1000 Worte über das Projekt sagt, ist das Pressefoto Nr. 1 der oben erwähnten Pressemitteilung1Das Foto wurde mittlerweile gelöscht.: Bettina Krebs, Projektleiterin von „Wald-Wasser-Wildnis“, wird von 4 Förstern eingerahmt (u. a. Ahnert, Zieseniß und Vollmer). Ergebnis ist eine völlig verwüstete Landschaft.

Mit Lutz Dalbeck, Julia Zehlius und Heidrun Düssel-Siebert nehmen 3 weitere Mitglieder an der Sitzung teil, die Mitarbeiter von Biologischen Stationen sind (in der Teilnahmeliste grün markiert). Auch die Stationen Düren und Euskirchen waren in der Vergangenheit an LIFE-Projekten beteiligt, in deren Verlauf zur Freude der Eifeler Sägewerke und Forstbetriebe immer Dutzende Hektar Fichtenwälder kahlgeschlagen wurden. Die steuerfinanzierten LIFE-Projekte verschaffen den Biologen Arbeit (siehe Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Biologen).

Ralf Langen und Hans-Jürgen Schäfer sind beide beim Landesbetrieb Wald-und-Holz-NRW beschäftigt (in der Teilnahmeliste lila markiert). Das Nationalparkforstamt ist Teil des Landesbetriebs. Langen von der Oberen Jagdbehörde wird sich ebenso wie die Rothirsche im Nationalpark über die kahlgeschlagenen Offenlandflächen freuen.

Rainer Seelig vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium eignet sich ebenfalls nicht als unabhängige Aufsichtsperson. Schließlich ging die Initiative zum LIFE+-Projekt vom Umweltministerium aus (siehe oben).

Die hohe Anzahl von Förstern, die mit 10 Personen fast ein Drittel der Teilnehmer stellen, ist bestürzend:

  • Felix Meyer
  • Dietmar Wunderlich
  • Ralf Langen
  • Alexander Wendlandt, neuer Chef des Naturparks Nordeifel, ist studierter Forstwirt und hat einen Master „mit Schwerpunkt in Naturschutz und Waldökologie“ (Der neue Mann im Grünen, Volksfreund vom 4. Juli 2013).
  • Henning Walter
  • Michael Röös
  • Gerhard Ahnert
  • Florian Zieseniß
  • Markus Vollmer
  • Michael Lammertz

Förster haben zu Fichten ein ähnliches Verhältnis wie Metzger zu Schweinen. Dass man Fichtenwälder kahlschlägt, ist für sie völlig normal – siehe den 3 ha großen Kahlschlag des Forstamts Monschau im Perlenbachtal (vergleiche Verbissene Buchensetzlinge am kahlgeschlagenen Perlenbach):

Kahlschlag am Perlenbach

 

Martina Roß-Nickoll hatte 2005 an einer von der LÖBF finanzierten Studie mitgearbeitet über „Auswirkung und Bewertung der Freiflächen-Sukzession im Nationalpark Eifel unter Berücksichtigung verschiedener Nutzungsvarianten und unter besonderer Berücksichtigung der Ginsterheiden“ (Leistungsbericht 2005, S. 35). 2010 arbeitet sie an einer Studie, die von der RWTH Aachen bezahlt wird, über „Bodenfaunistische Untersuchungen im Zuge des Waldumbaus im Nationalpark Eifel“ (Leistungsbericht 2010, S. 64). Roß-Nickoll untersucht den Umbau von Fichtenwäldern zu Ginsterheiden. Kahlschläge sind ihr Arbeitsplatz.

Klaus Striepen, der ein kleines Fachbüro für vegetationskundliche Studien in Bonn betreibt, hätte unangenehme Wahrheiten erzählen können über den in der Eifel katastrophalen Wildverbiss, der keine natürliche Baumverjüngung zulässt (siehe Klaus Striepen, Naturwaldforschung in NRW – Wechselbeziehungen zwischen Schalenwild und Waldvegetation, AFZ-Der Wald 03/2013, S. 16, Abb. 4). Aber das kleine Fachbüro ist angewiesen auf Aufträge von Wald-und-Holz-NRW.

Wer sonst hätte Einspruch gegen die Kahlschläge einlegen können? Die drei Bürgermeister Ritter, Meister und Hermanns aus den Städten Monschau, Schleiden und Simmerath? Sie vertrauen den Förstern und glauben an das Förstermärchen vom Waldumbau. Das gleiche gilt für Uwe Schmitz und Peter John vom Förderverein Nationalpark Eifel (siehe Förderverein Nationalpark Eifel: Persilschein für Kahlschläge).

Protestieren die beiden verbeamteten Vertreter des behördlichen Naturschutzes? Egbert Wilhelm vom Amt für Landschaftspflege und Naturschutz in Düren schweigt. Und Richard Bollig vom Umweltamt der Städteregion Aachen gibt diesen sonderbaren Hinweis auf den Artenschutz (siehe oben).

Bleiben als letzte die Nicht-Regierungsorganisationen, die Einspruch hätten einlegen können. Dass der BUND nicht vertreten war, ist niemandem aufgefallen. Herr Dengel vom SDW fehlte entschuldigt. Und Herr Henkenmeier vom LNU und Dr. Lange, 1. Vorsitzender vom NABU-Aachen, schweigen zu einem 8 ha großen Kahlschlag, der viermal so groß ist wie vom §10 (2) des Landesforstgesetzes NRW (LFoG) erlaubt und 26-mal so groß wie vom FSC-Deutschland erlaubt (siehe Abschlussstatement, S. 1). Selbst der FSC, dessen Verständnis für Wald-und-Holz-NRW nahezu grenzenlos ist, wird später sagen: „Die gezeigten Bilder entsprechen nicht dem Leitbild einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung von Wald und stehen nicht für den Regelfall einer vorbildlichen Forstwirtschaft.“ (siehe Abschlussstatement, S. 2)

Panorama Pafferscheid

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