Sonderbarer Klimawandel – Kein Fichtensterben am Wüstebach

Der Klimawandel und das Ausbleiben des Fichtensterbens in der Eifel

Nationalpark EifelPanoramafoto des großen Kahlschlags am Bergerbach im Nationalpark Eifel im Januar 2014

Im Januar 2014 war ich fest davon überzeugt, dass es einen Klimawandel gibt und dieser in Bälde die Fichten im Nationalpark dahinraffen würde. Gerade deswegen kritisierte ich den großen Kahlschlag am Bergerbach und plädierte dafür, Natur Natur sein zu lassen und einfach Geduld zu haben. In Kahlschläge am Bergerbach schrieb ich damals:

„Würde man einfach abwarten, käme es auch am Bergerbach über kurz oder lang zu Windwürfen. Infolge der Klimaerwärmung hat die Fichte in der Eifel keine Chance. Der aus dem kühlen und feuchten Nordeuropa stammenden Fichte ist es hier schlicht zu warm und zu trocken.“

Vielleicht habe ich mich geirrt. 12 Jahre später sieht es so aus, als habe die Fichte in der Eifel doch eine Chance.1Das aber bedeutet nicht, dass ich die Kahlschläge damals im Nachhinein für richtig halte. Das sei ferne! Selbst wenn man die Fichten- in Laubwälder umwandeln möchte, geht das sehr viel schonender und naturverträglicher. Siehe Sanitärhiebe ohne Verwüstungen und Kahlflächen

Irrt Thonfeld?

Andererseits: Gerade am Bergerbach im nordöstlichen Teil des Nationalparks zwischen Gemünd und Wolfgarten ist das Fichtensterben viel größer als am Wüstegarten. Die Kalamitätskarte ist übersät mit roten und rosaroten Tupfen – also Flächen, die bereits geräumt wurden, oder wo ein Trocknis-/Käferschaden vorliegt und die in Kürze geräumt werden. 

Kalamitätskarte Nadelwald, Maßstab 1:14.729, Maßstabsleiste = 500 m

Der Bergerbach liegt im Gebiet der Stadt Schleiden im Kreis Euskirchen. Dort soll das Fichtensterben laut Thonfeld nur 5–10 % betragen. Das passt aber überhaupt nicht zu den vielen roten Flecken der Kalamitätskarte. Ist die Arbeit von Thonfeld fehlerhaft? Oder gewichte ich die Flächen falsch? Überschätze ich die abgestorbenen Fichtenwälder und unterschätze ich die lebenden? Betrachte ich den falschen Ausschnitt? Die rechte Hälfte des Bildes ist viel grüner als die linke.

Erst Sauerland, dann Eifel?

Die Frage bleibt: Wenn der Klimawandel schuld ist am Fichtensterben, warum sterben die Fichten dann nicht alle auf einmal ab? Oder vernichtet die Dürre erst die Fichten im Sauerland und dann zeitversetzt die in der Eifel? Seit wann geht der Borkenkäfer schrittweise vor?

Gesunde Fichten an der B2585 im Süden des Nationalparks nahe Parkplatz Wahlerscheid

Mehr Regen am Wüstegarten?

Oder war die Dürre am Wüstegarten nicht so schlimm? Hat es dort vielleicht mehr geregnet als im Sauerland? Man soll ja Klima nicht mit Wetter verwechseln … Das Klima ist also überall gleich, aber das Wetter nicht? Dann sterben die Fichten nicht wegen des Klimawandels, sondern wegen des schlechten Wetters?

Boden?

Oder liegt es etwa an einer unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit? Trocknet der Boden am Lörmecketurm schneller aus als am Wüstebach? Der Klimawandel bringt die Fichten also nur um, wenn gleichzeitig der Boden schlecht ist?

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⁣Kein Fichtensterben an der B258

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