Auflösung des Widerspruchs
Die beiden Fotos auf dieser Seite zeigen den Felsen Nackter Stein (572 m) im Tänntal – oben im Juni, unten im Juli. Im oberen Foto blüht der Fingerhut, im unteren das Weidenröschen.
Die Lösung des Widerspruchs ist eigentlich ganz einfach.
- Bei zu hohen Wildbeständen fehlt das Weidenröschen. Es blüht nur der Fingerhut.
- Bei verträglichen Wildbeständen kommen Fingerhut und Weidenröschen gemeinsam vor. Im Tänntal blühte in diesem Jahr im Juni zuerst der Fingerhut, dann im Juli das Weidenröschen. Wenn man genau hinschaut, konnte man die noch nicht ganz ausgewachsenen Weidenröschen auch schon im Juni zwischen dem Fingerhut ausmachen. An manchen Stellen blühen sie auch gleichzeitig um die Wette.
Offene Fragen
Leider sind damit nicht alle Fragen geklärt. Angenommen, die Wilddichten sind tatsächlich nicht zu hoch:
- Warum wachsen dann im Tänntal auf den Kahlschlägen nur riesige Birkenreinbestände?1Das Hauptproblem – Entmischung durch selektiven Verbiss Warum fehlen die übrigen Arten eines normalen Vorwalds: Weiden, Vogelbeeren, Aspen, Hasel usw. usf. Das spricht doch für Entmischung durch selektiven Verbiss!
- Warum errichtet die Stadt Ilsenburg dann um die Wiederaufforstung an der Plessenburg einen teuren Wildschutzzaun?
- Und warum sieht man dann an manchen Stellen Wuchshüllen?
„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen/
Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“
Bertolt Brecht
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Fortsetzung folgt