Einleitung
Die Naturwaldzelle Herbremen in der Nähe von Arnsberg ist 10,8 ha groß. Der Mischwald mit Stieleichen und Hainbuchen steht seit 1976 unter Totalschutz.
Anfahrt und Wanderwege
Die Naturwaldzelle liegt im Nordwesten von Arnsberg:
Ausschnitt aus der Detailkarte der Naturwaldzelle Herbremen
Die Naturwaldzelle ist eingebettet in den 67,9 ha großen Wildniswald „Waldreservat Obereimer“:
Ausschnitt aus der Karte Wildniswald „Waldreservat Obereimer“
Seinen Wagen kann man an der Straße „Herbreme“ parken:
Ein Rundwanderweg von ca. 4 km Länge führt einmal um die Naturwaldzelle und 2 Teilflächen des Wildniswalds herum:
Die gpx-Daten können Sie hier herunterladen (Rechte Maustaste – Speichern unter): Herbremen.gpx
Stieleichen-Hainbuchen-Mischwald
Die Fläche ist bestockt mit Stieleichen und Hainbuchen. Über das Alter ist man sich beim zuständigen Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberg nicht ganz einig: Während in der Naturwaldzelle die Bäume im Jahr 2005 121 Jahre alt sein sollten, sind sie in dem direkt im Osten anschließenden 7 ha großen Teilgebiet 3 des Wildniswalds „Waldreservat Obereimer“ im Jahr 2013 plötzlich 160 Jahre alt.
Das Eichensterben grassiert auch in Herbremen.
Totholz
Wie in allen Naturwaldzellen fallen die vielen liegenden und stehenden Biotopbäume positiv auf. Es gibt sensationell schöne Windwurfflächen:
Durchforstung im Buchenstangenholz
Zwischen der Naturwaldzelle und den Teilbereichen 2 und 3 des Wildniswalds „Waldreservat Obereimer“ klafft eine garstig breite Lücke.
Ausschnitt aus der Karte des Wildniswalds „Waldreservat Obereimer“
In dieser Lücke wächst eine Buchenplantage mit Buchenstangenholz und schwachem Baumholz. Stangenholz nennt man Bäume mit 7-20 cm, Baumholz Bäume mit 21-49 cm Brusthöhendurchmesser. Der Name ist Programm: Es sind Holzstangen: „Bretterreihen .. , die oben mit Grün verputzt sind“ (Robert Musil). Und da sie noch kein hohes Alter haben, fehlt ihnen die biologische Eignung für einen Wildniswald. Auf diese Weise wird aber auch ein Problem der Wildniswälder deutlich: Es mangelt ihnen an Zusammenhalt. Nur selten entstehen große zusammenhängende Flächen. Für einen Mittelspecht sind Stangenholzwälder Wüsten: Sie finden dort weder alte Bäume, in denen sie Höhlen bauen können, noch finden sie auf deren glatter Borke Nahrung.
Das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald hätte natürlich auch auf die forstwirtschaftliche Nutzung der Buchenplantage verzichten können. Diese hätte sich in den kommenden Jahrzehnten in einen naturnahen Buchenwald entwickeln können. Doch dieser Wald wird zur industriellen Holzproduktion genutzt. Im Frühjahr 2013 wurde die Plantage durchforstet. Das eingeschlagene Holz verbleibt nicht als Totholz im Wald, sondern wird vermutlich als Energieholz verbrannt:
Wenn Sie mit der Maus über die Fotos fahren, öffnen sich Textfelder mit kurzen Zitaten, die diese Art von Forstwirtschaft beschreiben. Sie stammen von den Seiten 25-29 des Aufsatzes „Die Buche im Münsterland“ von S. Hesse (Forstamt Schwerte) aus dem Jahr 1997. Den Text habe ich 2013 noch auf der Webseite von Wald und Holz NRW gefunden – damals verrückterweise unter der Rubrik „Ökologische Waldwirtschaft“. 2026 gibt es eine neue Rubrik „Naturschutz im Wald“. Den Aufsatz aber findet man zum Glück nicht mehr.
