Aktivisten allein im Wald

Aktionen im Jahr 2020

2. Februar – Gründung des Bündnisses „Steigi Bleibt“

Am Sonntag, den 2.2, wird das Bündnis „Steigi Bleibt“ gegründet. Es wächst zusammen, was nicht zusammengehört: die alten NGOs, die sich seit vielen Jahren für den NLP einsetzen, und die neuen NGOs, die für Kohleausstieg, Windräder und Elektroautos auf die Straße gehen. Auf der einen Seite ältere Bürger aus der Mittelschicht, auf der anderen Seite Schüler und Studenten. Auf der einen Seite die Dörfer und Kleinstädte, auf der anderen Seite die Großstädte. Auf der einen Seite diejenigen, die Unterschriften sammeln, Infostände, Diskussionsabende und Seminare machen und auf der anderen Seite diejenigen, die auf Bäume klettern, Baumhäuser bauen und Räuber und Gendarm mit Polizisten spielen.

Auf der einen Seite also

  • der Verein Nationalpark Steigerwald,
  • der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald und
  • der Bund Naturschutz.

Auf der anderen Seite:

  • Fridays For Future Bamberg.
  • Volt Bamberg,
  • Grüne Jugend Bamberg,
  • Fridays For Future Nürnberg,
  • Grüne Bamberg-Land,
  • Extinction Rebellion Bamberg,
  • Fridays For Future Haßfurt,
  • Extinction Rebellion Würzburg,
  • Extinction Rebellion Nürnberg / Fürth / Erlangen,
  • Grüne Jugend Oberfranken,
  • Bamberger Klimaschutzbündnis,
  • Fridays For Future Würzburg,
  • Parents For Future Haßfurt

Die Liste der Bündnisteilnehmer ist inzwischen gewachsen. Auf der sehr professionell gestalteten Webseite des Bündnisses wird unterschieden zwischen Mitgliedern und Unterstützern. Der Unterschied bleibt ebenso unklar wie die Rolle von Grünen-MdB Lisa Badum. Mal zählt sie zu den Unterstützern, mal ist sie Bündnis-Sprecherin.1Pressestatement des Bündnis steigi bleibt, Der Neue Wiesentbote vom 7.10.2020 Bündnis-Sprecher ist übrigens Tim-Luca Rosenheimer, gleichzeitig Sprecher der Grünen Oberfranken und von Fridays For Future Bamberg. Rosenheimer und Badum kennen und schätzen sich. Im Dezember 2018 ketteten sie sich gemeinsam an eine Buche.2siehe oben

1. März – Waldspaziergang von Fridays For Future und Extinction Rebellion

Wegen des Lock-Downs kommt es 2020 nur zu einer einzigen großen Protestveranstaltung im Steigerwald. Grünen-MdB Lisa Badum hat diesmal nicht nur wie im Juli des Vorjahres die Bamberger Ortsgruppe von Fridays For Future und den Verein Nationalpark Steigerwald mobilisiert. Einen Monat zuvor hatte sie das Bündnis „Steigi Bleibt“ geschmiedet, und zu diesem gehört auch Extinction Rebellion. Deren „40 Aktivisten“ zeigen auch gleich einmal, was sie können und klettern auf die Bäume. Natürlich „aus Protest“.3Proteste für Nationalpark Nordsteigerwald, FT vom 4.3.20 Wenn 150 Personen im Steigerwald eine Demonstration für einen NLP veranstalten, dann ist das so außergewöhnlich, dass sogar der Bayerische Rundfunk vorbeikommt und einen 3minütigen Film dreht. Zur Sicherheit hat das Bündnis „Steigi Bleibt“ seinen eigenen Film gedreht – auch 3 Minuten.

Für das Bündnis „Steigi Bleibt“ war die Demonstration ein Fiasko. Zum Vergleich: allein in Bamberg beteiligten sich 2019 am Klimastreik „unfassbare 3.500 Leute“. Und im Steigerwald verlieren sich am Baumwipfelpfad 150 Leute! Das ist ein Fiasko – und zwar sowohl für den Verein Nationalpark Steigerwald und den Freundeskreis Nationalpark Steigerwald als auch für Fridays for Future. Vielleicht hatten sich erstere von dem Bündnis versprochen, dass man massenhaft Klima-Aktivisten in den Steigerwald locken könne. Und letztere hatten vielleicht gehofft, massenhaft NLP-Befürworter für Windräder zu begeistern. Beides hat nicht funktioniert.

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Ein Gedanke zu „Aktivisten allein im Wald

  1. Herzlichen Dank für diese ernüchternde Analyse! Die Forstwirtschaft auf dem Holzweg und die Holzbranche haben eine viel längere Tradition, gute Strukturen und eine erfolgreiche Lobby zur Erfüllung ihrer Rechte und Pflichten. Der Waldbau basiert immer noch weitgehend auf den Lehren von Heinrich Cotta (1763-1844). Bisher ist es niemandem in Mitteleuropa gelungen, dem Lebensraum Wald in der heute total veränderten Zeit auch neue Aufgaben und neue Chancen zu geben. Schade!

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