Wetter und Klimawandel in den Tätigkeitsberichten des Nationalparks Harz

Tätigkeitsbericht 2018

2018 markiert die Wende im NLP Harz. Nach Sturm „Herwart“ und Orkan „Friederike“ kriegt man den Borkenkäfer nicht mehr in den Griff. Folglich gibt es nur noch ein Thema: Klimawandel.

„Doch auch wenn aktuell viele tote Bäume zu sehen sind, ist dieser Wald so lebendig und dynamisch wie selten zuvor. Initiiert durch Stürme und ein durch den Klimawandel begünstigtes kleines Insekt – ein „Buchdrucker“ genannter Borkenkäfer – entsteht hier neue Wildnis, artenreich und vielseitig.“ (Tätigkeitsbericht 2018, S. 3)

Fortan ist das Wetter vor allem eines: extrem. Und es ist irgendwie immer falsch. Erst regnet es lange nicht, dann fällt zu viel. Und immer dauert alles zu lange. Entweder es regnet zu lange oder es ist zu lange trocken. Die Fichte verkraftet beides nicht. Und wenn sie am empfindlichsten ist, dann stürmt es auch noch. Das haut sie dann um. Das Wetter für die Fichte ist eigentlich immer falsch: ein Baum, der ein „ausgeglichenes“ Klima braucht, gehört ins Treibhaus.

„Der vergangene Berichtszeitraum hat neue Dimensionen beim Fortschritt der Waldentwicklung hin auf dem Weg zur Waldwildnis im Nationalpark Harz eingeleitet. In kurzer Zeit gab es verschiedene extreme Witterungsereignisse, die sich deutlich auf die Dynamik in den Wäldern des Nationalparks und auch in den benachbarten Wirtschaftswäldern in allen Höhenlagen auswirkten.
Die nach einer langen Trockenperiode eingetretenen Starkregenfälle im Juli und Oktober 2017 hatten neben den im Tätigkeitsbericht 2017 beschriebenen Wegeschäden erhebliche Auswirkungen auf den Waldboden hinterlassen – er weichte auf und die Standsicherheit der Bäume sank. Am 29.10.2017 fegte Sturmtief „Herwart“ über Nord- und Ostdeutschland hinweg, Windwürfe insbesondere in den Hochlagen waren die Folge. Im Wurzelbereich der Bäume gab es Abrisse im Feinwurzelbereich, damit waren Wasser- und Nährstoffversorgung gestört. Der 18.1.2018 – genau 10 Jahre nach „Kyrill“ – brachte Orkantief „Friederike“. Dieses nur 200 km breite Sturmband über Mitteleuropa hat den Harz stark getroffen.
Das neue Jahr startete mit Niederschlagsdefiziten, die sich bis zum Herbst aufbauten, begleitet von einer intensiven Sonneneinstrahlung. Das war eine hohe Belastungsprobe für den Wald. Die Fichte ist eine Baumart, die ein ausgeglichenes, feuchtkühles Klima bevorzugt, auch kleinere Hitze- und Trockenperioden verkraftet sie. Windwurfholz, Trockenheit und Hitze wirken sich positiv auf die Entwicklung von Insekten aus, im konkreten Fall auf den „Borkenkäfer“. Gemeint ist damit der Achtzähnige Fichtenborkenkäfer (Ips typographus), wegen seines typischen Fraßbildes auch Buchdrucker genannt.

[…] Außerdem haben viele Bäume, auch Laubbäume, auf Hitze und Trockenheit durch zeitige Verfärbung und Nadel-/Blattfall reagiert.“ (Tätigkeitsbericht 2018, S. 5f.)

Als wenn das alles noch nicht reichen würde, kommt noch eine weitere Katastrophe hinzu:

„Der Sommer 2018 brachte noch ein weiteres, bisher weitgehend unbedeutendes Thema auf die Tagesordnung. Andauernde Trockenheit und Hitze haben die Waldböden bis in größere Tiefe regelrecht austrocknen lassen. In Folge dessen kam es immer wieder zu insgesamt 15 Waldbränden.“ (Tätigkeitsbericht 2018, S. 8)

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