Wetter und Klimawandel in den Tätigkeitsberichten des Nationalparks Harz

Tätigkeitsbericht 2014

Ein nasser Sommer mit Starkregenfällen passt so gar nicht zum Klimawandel. Aber die Fichten scheinen Mimosen zu sein: sie verübeln nicht nur Trockenheit und Wärme. Auch Regen vertragen sie nicht:

„Der Witterungsverlauf des Jahres 2014 wies zu Jahresbeginn deutliche Abweichungen von langjährigen Mittelwerten auf, hinzu kam ein nasser, durch Starkregenfälle geprägter Sommer. Das brachte insbesondere die Fichten in den Hochlagen unter Stress. Im Bereich Marienbruch (Revierförsterei Bruchberg) traten massive Absterbeerscheinungen auf.“ (Tätigkeitsbericht 2014, S. 31)

Nicht nur das Wetter ist wechselhaft; auch die Autoren des Berichts sind es. Der eine spricht von einem Sommer mit Starkregenfällen, der andere hält den Sommer für nicht besonders verregnet:

„Im weder sehr heißen, noch besonders verregneten Sommer blieben die Zahlen auf durchschnittlichem Niveau, so dass im Jahr 2014 60.000 Ausstellungsbesucherinnen und -besucher im Brockenhaus zu verzeichnen waren. “ (Tätigkeitsbericht 2014, S. 49)

Tätigkeitsbericht 2015

Wenn von den Besucherzahlen die Rede ist, ist das Wetter durchschnittlich:

„Das im weiteren Jahresverlauf durchschnittliche Wetter, das weder besonders heiß noch verregnet war, sorgte dafür, dass die Gesamtbesucherzahl mit 59.183 Personen ebenfalls im guten Durchschnitt lag.“ (Tätigkeitsbericht 2015, S. 30)

Aber immer, wenn von der Fichte die Rede ist, ist das Wetter schlecht. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz der Berichte. Dass es dabei zu Widersprüchen kommt, spielt keine Rolle: lange Trockenperioden, lange Regenperioden, trockene Standorte, nasse Standorte – egal: buchstäblich alles schwächt die sensiblen Fichten, die für alles anfällig sind: Sturm, Schnee, Starkregen. Sie werden geworfen, sie brechen, sie werden befallen:

„Die Witterungsverläufe der letzten Jahre sind gekennzeichnet durch lange Trockenperioden, höhere Durchschnittstemperaturen in den Wintermonaten, intensive Sonneneinstrahlung mit Frost aber auch Starkregenfälle bzw. längere Regenperioden. Außerdem verursachten immer wieder meist lokale Sturmereignisse Windwurf und -bruch.

Das alles führt dazu, dass in Mitteleuropa die Fichte generell geschwächt erscheint und damit auch anfälliger auf den Befall durch den Buchdrucker wird. Deutliche
Anzeichen sind flächige Befälle auch bei der ersten Generation, die sonst eher an den Bestandesrändern erfolgen. Besonders betroffen sind Fichtenwälder auf nassen Standorten.“ (Tätigkeitsbericht 2015, S. 31)

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