Wetter und Klimawandel in den Tätigkeitsberichten des Nationalparks Harz

Exkurs: Mittelalterliche Wärmeperiode und Kleine Eiszeit

Die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) dauerte von 800 – 1300 n. Chr.

„Eine Klimaerwärmung im Zusammenhang mit der MWP ist aus vielen Fallstudien aus der gesamten nördlichen Hemisphäre seit Längerem bekannt […]. Aus Deutschland liegt eine Temperaturrekonstruktion für die jährliche Wachstumsperiode auf Basis von Kohlenstoffisotopen in einem Torfkern des Dürren Marr in der Westeifel vor. Die MWP war hier deutlich wärmer als heute. Im Übergang von der Kälteperiode der Völkerwanderungszeit (500 – 700 n. Chr.) zur MWP stiegen die Temperaturen um mehr als 5 °C rasant an. Im historischen Kontext scheinen weder das heutige Temperaturniveau noch die heutige Erwärmungsrate in Deutschland beispiellos zu sein.“ (Unerwünschte Wahrheiten, S. 50 f.)

Die MWP wird in allen Tätigkeitsberichten nicht ein einziges Mal erwähnt. Gleiches gilt für die Kleine Eiszeit.

„Die Kleine Eiszeit (Little Ice Age = LIA, 1300 – 1850) war eine natürliche Kältephase globalen Ausmaßes, während der die wohl kältesten Temperaturen der letzten 10.000 Jahre erreicht wurden. […] Die Kältephase brachte Europa Missernten, Krankheiten, Kriege und Revolutionen.“ (Unerwünschte Wahrheiten, S. 42 f.)

Das Verschweigen der Mittelalterlichen Wärmeperiode und der Kleinen Eiszeit hat Konsequenzen. Die meisten Klimakurven in den Medien beginnen um 1850. So kommt es dann zu falschen Behauptungen wie „Noch nie war es so warm wie heute!“ Oder man vergleicht das heutige Klima mit dem von 1850. Dann aber wählt man einen falschen Bezugspunkt. Denn 1850 war das Ende der Kleinen Eiszeit – unbestritten eine der kältesten Epochen der letzten 10.000 Jahre.

„Wollen wir wirklich zurück in eine Klimawelt, die von bitterer Kälte und Hunger gekennzeichnet war?“ (Unerwünschte Wahrheiten, S. 46)

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