Wetter und Klimawandel in den Tätigkeitsberichten des Nationalparks Harz

Tätigkeitsbericht 2012

In den Jahren 2012 -2014 sinkt das Interesse am Klimathema fast auf Null:

„Neben diesen Aufgaben spielten auch im vergangenen Jahr Waldschutzmaßnahmen eine wichtige Rolle – hier insbesondere die Aufarbeitung von Schneebruchholz und Sturmschäden aus dem Winterhalbjahr aber auch, und das mit besonderer Sorgfalt, die Aufarbeitung von Borkenkäferstehendbefall im 500 m-Streifen und in der Naturentwicklungszone.“ (Tätigkeitsbericht 2012, S. 37 f.)

Tätigkeitsbericht 2013

Der Bericht 2013 birgt eine sensationelle Information, die in keinem anderen erwähnt wird:

„Mit diesen großflächigen, gleichaltrigen, strukturarmen Forsten kamen zahlreiche Probleme wie Sturmschäden und Borkenkäferkalamitäten auf die Harzer Forstleute zu (z. B. die ‚Große Wurmtrocknis‘ am Ende des 18. Jahrhunderts mit über 30.000 ha Befallsfläche) […].“ (Tätigkeitsbericht 2013, S. 37 f.)

Im 18. Jahrhundert gab es keinen menschengemachten Klimawandel; mit der Temperatur hatte die Massenvermehrung des Käfers nichts, aber auch gar nichts zu tun. In der Fachzeitschrift LWF Wissen stellt Ralf Petercord mit aller wünschenswerten Klarheit fest:

„Die älteste bisher bekannte Massenvermehrung des Buchdruckers, damals als ‚Wurmtrocknis‘ bezeichnet, wurde 1618 im Tharandter Wald beobachtet (Blankmeister und Hengst 1971), also in einer Klimaphase, die als ‚Kleine Eiszeit‘ in die Geschichte einging. Auch spätere Massenvermehrungen dieses für die Fichte so wichtigen Schadinsekts wie die ‚Große Wurmtrocknis‘ 1780 bis 1795 im Harz und 1873 bis 1876 im Böhmischen und Bayerischen Wald waren nicht auf eine Temperaturerhöhung, sondern auf das Brutraumangebot nach Schneebruch- und Sturmwurfschäden zurückzuführen (Gmelin 1787, Escherich 1923).“ (LWF Wissen 63, S. 61, Hervorhebungen von F.-J. A.)

Der Käfer fraß damals im Harz eine Fläche, die größer ist als der NLP. Und alles in vorindustrieller Zeit. Alles ohne menschengemachten Klimawandel. Auch 2013 ist vom Klimawandel noch nicht die Rede. Das Wetter ist vor allem eines: wechselhaft.

„Der Witterungsverlauf im Jahr 2013 mit einem extrem langen, schneereichen Winter, kühlem Frühjahr, wechselhaftem Sommerwetter, Hitze und Trockenheit im Juli verlangte bei der Überwachung des Borkenkäferbefalls und der -bekämpfung den damit beauftragten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einiges ab.“ (Tätigkeitsbericht 2013, S. 40)

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