Wetter und Klimawandel in den Tätigkeitsberichten des Nationalparks Harz

Exkurs: Temperatur und Niederschläge in Sachsen-Anhalt 1881 – 2019

Die folgenden Grafiken wurden mit Hilfe der Webseite Zeitreihen und Trends des Deutschen Wetterdienstes erstellt:

„Dies ist eine herrliche Webseite zum Stöbern und Staunen. Ein spannender Streifzug durch die neuere Klimageschiche Deutschlands, bequem und schnell vom heimischen Computer.“ (Sebastian Lüning in Klimathesen mit ein paar Clicks überprüfen: Online-Klimakurven des Deutschen Wetterdienstes)

Da der Brocken in Sachsen-Anhalt liegt, habe ich dieses als Bundesland gewählt und nicht Niedersachsen. Die Daten beginnen im Jahr 1881, umfassen also die letzten 140 Jahre. Die erste Grafik zeigt die Temperaturanomalie der Jahresmittelwerte bezogen auf den Referenzzeitraum 1961 – 1990, dessen Mittelwert bei 8,7 °C liegt:

Die zweite Grafik zeigt die Temperaturanomalie nicht der Jahres-, sondern der Sommermittelwerte:

Sebastian Lüning kommentiert:

„Die Sommer der 1930er und 40er Jahre waren bereits ziemlich warm. In den nachfolgenden 1960er und 70er Jahren kühlten sich die Sommer spürbar ab. Die darauf folgenden drei Jahrzehnte waren dann aber wieder warm – sogar ziemlich warm.“ (Online-Klimakurven)

Lüning verfällt nun aber nicht Alarmismus und Panikmache, sondern stellt fest:

„Die Wissenschaft kennt diese Zyklik und stellt einen Zusammenhang mit dem 60-Jahes-Zyklus der Atlantischen Multidekaden-Oszillation her, der AMO.“

Amo timeseries 1856-present

Die Online-Klimakurven bieten auch Daten zu den Niederschlägen. Das Thema Dürre und Trockenheit wird in den Tätigkeitsberichten besonders intensiv thematisiert. Die dramatisierenden Behauptungen der NLP-Verwaltung von „zunehmender Trockenheit“, „Trockenstress“, „langen Trockenperioden“ usw. können nun überprüft werden:

Sebastian Lüning stellt die irreführenden Aussagen des NLPs richtig:

„Unerwarteterweise sind die Jahresniederschläge während der vergangenen 140 Jahre signifikant angestiegen. Es regnet über das Jahr gesehen heute deutlich mehr als noch vor eineinhalb Jahrhunderten. Dies hat vor allem mit den Winterniederschlägen zu tun, die stark zugenommen haben.“

„Lediglich im Sommer regnet es ein kleines bisschen weniger als früher.“

Lüning mahnt

„Insgesamt ist die Niederschlagsentwicklung in Deutschland aber von starken natürlichen Schwankungen geprägt. Viele Trends sind daher statistisch bisher nicht robust und man sollte sich stets die vollständige Entwicklung in der Zeitreihe anschauen. Man erkennt schnell: auf mehrere Jahre Trockenheit folgt in der Regel eine feuchtere Phase. Man sollte hier also nicht den Fehler begehen und kurze Trends weit in die Zukunft verlängern.“

Man würde sich wünschen, die NLP-Mitarbeiter würden diese Mahnung beherzigen!

Für Niedersachsen sind die durchschnittlichen Niederschlagswerte übrigens noch deutlich höher; die Jahresniederschläge haben sich nicht nur um 13,7 mm, sondern um 86,7 mm erhöht.

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