Wetter und Klimawandel in den Tätigkeitsberichten des Nationalparks Harz

Tätigkeitsbericht 2019

Im Tätigkeitsbericht 2019 finden sich so viele Zitate zu Wetter und Klimawandel, dass es sinnvoll erscheint, diese zu ordnen:

  • Wetterextreme und Klimawandeldrama
  • Exkurs – Temperatur und Niederschläge in Sachsen-Anhalt 1881 – 2019
  • Artenvielfalt durch Klimawandel
  • Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus
  • Umweltbildung für Kinder
  • Klimaveränderungen, Klimakrise, Klimawandel, Klimaschutz
  • Forschung und Klimawandel

Wetterextreme und Klimawandeldrama

Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass der Bericht die Folgen des Klimawandels dramatisiert. NPL-Leiter Pusch selbst spricht in seinem Vorwort ganz offen von den „dramatischen Auswirkungen des Klimawandels“. Es ist auch nicht einfach nur „trocken“; es ist „sehr trocken“. Und auch nicht einfach nur „heiß“. Es werden gleich „neue Hitzerekorde“ aufgestellt und natürlich nicht nur ein neuer Rekord, sondern gleich „mehrere“. Und selbstverständlich wird auch am Brocken ein „neuer Höchstwert“ erreicht.

„Erneut hatten wir es mit einem sehr trockenen Jahr zu tun, in dem bei überdurchschnittlichen Temperaturen mehrere neue Hitzerekorde aufgestellt wurden. Mit 29,7 °C liegt der neue Höchstwert für den Brocken nur noch knapp unter der Marke von 30 °C, was vor wenigen Jahren noch als sehr unwahrscheinlich galt. (Tätigkeitsbericht 2019, S. 3)

Wie in der Werbung wiederholt der Bericht immer und immer wieder die Botschaft von den „extremen Wetterbedingungen“. Der Leser soll nicht vergessen: der Harz litt unter „Hitze“ und „Trockenheit“. Und die Veränderungen sind immer „drastisch“ und die Probleme „erheblich“:

„Die extremen Wetterbedingungen in den Jahren 2018/19 haben die Waldentwicklung insbesondere in den Hochlagen des Nationalparks enorm beschleunigt und zu einem großflächigen Absterben der alten Fichtenbestände geführt.“ (Tätigkeitsbericht 2019, S. 5)

„Wie eingangs angedeutet, haben Hitze und Trockenheit und in der Folge der Borkenkäfer inzwischen im gesamten Harz zu drastischen Veränderungen im Landschaftsbild und zu erheblichen wirtschaftlichen Problemen bei den Forstbetrieben geführt.“ (Tätigkeitsbericht 2019, S. 11)

„Es wird davon ausgegangen, dass die zunehmende Trockenheit Ursache für das Absterben der Fichten in den Mooren ist […] Das Wurzelsystem kann jedoch nicht flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren – so leiden die Bäume im Zuge des Klimawandels heute offenbar immer wieder unter Trockenstress, wodurch ihre Vitalität erheblich herabgesetzt worden ist.“ (Tätigkeitsbericht 2019, S. 14 f.)

„Der extrem trockene Sommer 2018, der zur monatelangen Austrocknung fast aller Schlenken führte, zeigte allerdings ein kurzfristig weitaus gravierenderes Problem auf und ließ eine sehr hohe Larvenmortalität befürchten.“ (Tätigkeitsbericht 2019, S. 15)

„Auch Mykorrhizapilze, die in den letzten Jahren erfasst wurden, bildeten infolge der Trockenheit 2019 keine Fruchtkörper, so z.B. Pfifferling (Cantharellus cibarius) und Trompetenpfifferling (Craterellus tubaeformis).“ (Tätigkeitsbericht 2019, S. 21)

„Das Jahr 2019 war ebenso wie das vorangegangene durch extreme Witterungsverhältnisse gekennzeichnet. Hitze, Trockenheit, Stürme, verstärkte Sonneneinstrahlung und ein milder, schneearmer Winter beeinflussten massiv die Wälder im Nationalpark Harz.“ (Tätigkeitsbericht 2019, S. 32)

Wie schon im letzten Jahr verwickelt sich die NLP-Verwaltung mit Pusch an der Spitze dann in einen heillosen Widerspruch. Trotz der „dramatischen Auswirkungen des Klimawandels“ stirbt der Wald nicht ab. Er verändert nur sein „Aussehen“:

„Das hat die Kondition unserer Waldbäume weiter geschwächt, zunehmend sind nun auch andere Baumarten neben der Fichte stark in Mitleidenschaft gezogen. […]
Es zeigt aber auch, dass nicht die Verwirklichung unseres Mottos „Natur Natur sein lassen“ die Ursache für den besorgniserregenden Zustand vieler Wälder ist, sondern die inzwischen offenkundige Erderwärmung. Und trotzdem setzt sich eine Erkenntnis mehr und mehr durch: trotz aller dramatischen Auswirkungen des Klimawandels, unter denen vor allem der Wirtschaftswald auch zukünftig leiden wird, stirbt der Harzwald nicht ab. Er wird sich in seinem Aussehen wandeln, aber er wird dem Harz als seine lebenswichtige Grundlage erhalten bleiben.“ (Tätigkeitsbericht 2019, S. 3)

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