Wanderung Welyka Uholka

Totholz in Uholka

Die folgenden Fotos entstanden auf dem Weg vom Waldrand bis zur Weggabelung, also auf den ersten 200 m, innerhalb von 10 Minuten. Um ähnliche Fotos in einem deutschen Wirtschaftswald zu machen, wäre man tagelang auf der Suche. Und die Suche wäre vergeblich.

Das Foto zeigt einen großen Baumstumpf („Stubben“).1 In Uholka gibt es 2,8 ± 0,6 Baumstümpfe pro ha. Ihre Höhe schwankt von 50 – 129 cm.2

Links auf dem Foto ist der abgebrochene Stamm einer vor Jahren abgestorbenen Buche zu sehen. Von diesen Hochstubben (engl. „snags“) gibt es pro ha 16,9 ± 2,6. Die durchschnittliche Höhe des Stammbruchs beträgt 5,25 m ± 0,01 m.3 Es dauert 30 – 60 Jahre, bis ein toter Buchenstamm vollständig zersetzt wurde.4

Zu den fast 20 Hochstubben kommen noch fast 10 Totbäume hinzu, deren Stamm nicht abgebrochen ist: 4,6 ± 1,6 mit Resten abgestorbener grober Äste und 5,1 ± 1,3 mit Kronen und feinen Ästen. Insgesamt stehen in Uholka pro ha also 26,6 ± 3,8 Totbäume und Hochstubben.5

Im Hintergrund steht es sehr mächtiger Hochstubben. Teilt man die Totbäume und Hochstubben in BHD-Klassen von 20 cm ein, so stellt man fest, dass sie in den drei Klassen von 21 – 40, 41 – 60 und 61 – 80 cm mehr oder weniger gleich häufig vorkommen, nämlich: 4 – 5 pro ha.6

Nur in der BHD-Klasse von 81 – 100 cm findet sich nur 1 toter Baum pro ha:

„Es scheint so, dass die meisten Buchen ihre natürliche Lebenserwartung erreichen, bevor sie 80 cm dick sind.“7

Das Foto zeigt im Hintergrund eine quer über einen Bach gestürzte Buchenmatrone. Zählt man beim liegenden Totholz nur vollständige Bäume mit Krone und Wurzelteller,8 kommt man auf die vergleichsweise geringe Anzahl von 1,9 ± 0,8 pro ha.

Das Volumen des Totholzes in Uholka beträgt pro ha insgesamt 180,5 ± 12,9 m3. Davon zählt 30,4 ± 5,7 m3 zu stehenden und 150,1 ± 11,2 m3 zum liegenden Totholz.9

 

Anmerkung

Sie können die sieben Fotos auf dieser Seite als PDF-Datei herunterladen und sich in Form einer Diashow vom Acrobat Reader DC anzeigen lassen: Buchenurwald_Uholka_Diashow_1.pdf (18,7 MB).

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  1. zu den Fachbegriffen für Totholz siehe z. B. die Übersicht der Biotopholzstrukturen im Leitfaden Biotopholz des Instituts für Ökologie der TU Berlin []
  2. siehe Brigitte Commarmot, Meinrad Abegg, Urs-Beat Brändli, Martina L. Hobi, Mykola Korol, Adrian Lanz: Main results. In: Commarmot, B.; Brändli, U.-B.; Hamor, F.; Lavnyy V. (Hg.): Inventory of the Largest Primeval Beech Forest in Europe. A Swiss-Ukrainian Scientific Adventure. Birmensdorf, Swiss Federal Research Institute WSL; L’viv, Ukrainian National Forestry University; Rakhiv, Carpathian Biosphere Reserve, 2013, S. 50 und Tabelle 6.5 auf S. 52 []
  3. ebd. []
  4. a. a. O., S. 51 []
  5. a. a. O., Tabelle 6.5 auf S. 52 []
  6. a. a. O., S. 50 und Tabelle 6.6 auf S. 52 []
  7. a. a. O., S. 50 []
  8. und einem BHD > 6 cm []
  9. a. a. O., Tabelle 6.4 auf S. 46 []