Wanderung Welyka Uholka

„Natur ist kein Ort zum Besuch – es ist Zuhause.“
Gary Snyder

Vom Windwurf zur Milchsteinhöhle

Vom Windwurf ist es nur noch ein kurzes Stück den Berg hinauf zur 830 m hohen Milchsteinhöhle („Molotschnyj Kaminj“, Молочний Камінь, deutsch: Milchstein).

Hier kommt auch häufiger der Berg-Ahorn (Acer pseudoplantanus) vor, der sonst in Uholka nur einen Anteil von 1,4 ± 0,6 % hat. Trotzdem ist er die häufigste Mischbaumart; die Hauptbaumart Buche hat einen Anteil von 96,5 ± 1,0 %.1

Ein toter Hochstubben steht direkt am Weg.

Der mit Moosen bewachsene Stubben trägt Fruchtkörper des Zunderschwamms (Fomes fomentarius). Der Weißfäule-Pilz hat eine „Schlüsselstellung […] für die waldtypische Biodiversität“. Werden Zunderschwammbäume in Wirtschaftswäldern entfernt und zu Brennholz verarbeitet, klafft „eine deutliche ökologische Lücke“.2 Auf den Fruchtkörper des Zunderschwamms sind beispielsweise angewiesen der Kerbhalsige Baumschwammkäfer (Bolitophagus reticulatus), der Große Schwammpochkäfer (Dorcatoma robusta) und der Gewöhnliche Langhaar-Schwammfresser (Ropalodontus perforatus). Für eine „hervorragende Habitatausstattung des Wirtschaftswaldes“ bräuchte es über 4 „lebende Zunderschwammbäume über 40 cm BHD pro Hektar“.3

Der Hochstumpf hat zahlreiche Spechtlöcher. Dank der großen Menge an Totholz und des hohen Anteils alter Bäume kommen hier Weißrückenspecht (Dendrocopus leucotos), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Mittelspecht (Dendrocopus medius), Grauspecht (Picus canus) und natürlich auch der Buntspecht (Dendrocopus major) vor.4

In der Strauchschicht wächst häufig der Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Über Felsen und Baumstämme schlängelt sich Efeu (Hedera helix).

Der schmale Pfad nähert sich langsam der hohen Felswand mit der Höhle. Ein Baum am rechten Wegrand nahe der Felswand trägt die grün-weiß-grüne Markierung des Wanderwegs.

Rechts unterhalb des markierten Baums steht eine Buche, deren Stamm bis weit oben mit Moos bewachsen ist. Daneben liegt ein kleiner Windwurf, den junge Buchen bereits wieder zuwachsen. Der Weg biegt an der Markierung etwas nach links ab und führt dann vorbei an der Buche mit der Inschrift aus dem Jahr 1996 auf die Felswand zu.

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  1. siehe Brigitte Commarmot, Meinrad Abegg, Urs-Beat Brändli, Martina L. Hobi, Mykola Korol, Adrian Lanz: Main results. In: Commarmot, B.; Brändli, U.-B.; Hamor, F.; Lavnyy V. (Hg.): Inventory of the Largest Primeval Beech Forest in Europe. A Swiss-Ukrainian Scientific Adventure. Birmensdorf, Swiss Federal Research Institute WSL; L’viv, Ukrainian National Forestry University; Rakhiv, Carpathian Biosphere Reserve, 2013, S. 45, Tabelle 6.3 []
  2. siehe Praxishandbuch – Naturschutz im Buchenwald. Naturschutzziele und Bewirtschaftungsempfehlungen für reife Buchenwälder Nordostdeutschlands. Hrsg. Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg, 2015, S. 78 []
  3. ebd. []
  4. Brändli, U. -B.; Dowhanytsch J. (Red.) 2003: Urwälder im Zentrum Europas“ – Ein Naturführer durch das Karpaten-Biosphärenreservat in der Ukraine. Birmensdorf,
    Eidgenössische Forschungsanstalt WSL; Rachiw, Karpaten-Biosphärenreservat. Bern, Stuttgart, Wien, S. 83 und106 []