Hotel „Silberparadies“ in Welyka Uholka

Einleitung

Im folgenden Artikel beschreibe ich meine Unterkunft in unmittelbarer Nähe des Reservats „Uholka-Schyrokyj Luh“, des größten zusammenhängenden Buchen-Urwalds der Welt. Der Artikel ist gegliedert in folgende fünf Kapitel:

  1. Das Dorf Welyka Uholka
  2. Das Hotel „Silberparadies“
  3. Die Besitzer Iwan und Anna
  4. Das Sprachproblem
  5. Die Schlaglochpiste
  6. Schluss

Das Dorf Welyka Uholka

Das Dorf, in dem ich gewohnt habe, heißt Welyka Uholka (Велика Уголька). Das liegt in Transkarpatien in der Ukraine. Es gibt verschiedene deutsche Schreibweisen für den Dorfnamen: Google Maps wählt „Velyka Uhol’ka“. Велика heißt übersetzt „groß“. Und Уголька bedeutet „Köhlerei“. Ein Tal weiter im Westen liegt Mala Uholka (Мала Уголька); das bedeutet dann „Kleine Köhlerei“. Welyka Uholka erstreckt sich gut 10 km von Norden nach Süden und zählt 2052 Einwohner.1 Es liegt in einem Tal mit einem Fluss, der denselben Namen trägt. Es gibt in diesem Tal nur eine einzige Straße, oder besser gesagt, Schlaglochpiste. Alle Häuser des Dorfes liegen an dieser Schlaglochpiste. Denn dort verläuft auch die Stromleitung.

Es gibt dort keinen Tourismus, überhaupt keinen! Es ist kaum zu glauben, aber in der Nähe des weltweit größten Buchenurwalds, der von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde, gibt es keine Hotels, keine Ferienwohnungen, keine Pensionen und auch keine Campingplätze! Das führt dazu, dass zum Beispiel der Reiseveranstalter BUND-Reisen seine Reisenden 2015 in Nyzhnje Selyshche (Нижнє Селище) unterbringen musste.2 Von dort sind es fast 40 km bis zum Urwald, davon die letzten 15 km über eine Schlaglochpiste, wo man nur Schritttempo fahren kann. Und auch das Reiseunternehmen Ostwind quartierte 2013 seine Gäste notgedrungen im 45 km entfernten Wyschkowo (Вишково) ein.3

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  1. siehe den ukrainischen Wikipedia-Artikel über Велика Уголька []
  2. siehe BUND-Reisen 2015, Transkarpatien – Welterbestätten im Westen der Ukraine, S. 47 []
  3. siehe Stefan Biere, Exkursion zu den Urwäldern Transkarpatiens, S. 11 []