Wiederaufforstung im Schellenberger Wald

Beitrag der Lokalzeit Ruhr vom 6. Juni 2017

Am 6. Juni 2017 widmet sich die Lokalzeit Ruhr erneut dem Schellenberger Wald:

Transkript der Sendung

Lokalzeit Ruhr vom 26. Februar 2016
Bericht: Stefan Göke
Kamera: J. G. Kremer / O. Brinkmeier
Schnitt: Sven Feller

Sabine Baumgardt:

„Das war schon erschreckend. Also das erste Mal bin ich durch den Wald gefahren und dachte: Oh Gott! Also es sieht wirklich schlimm aus, ne? Ja. Ich kenn’s von klein auf hier. Ich bin hier groß geworden. Und – es kam einem so vor, als wär‘ 50 % von den Bäumen weg. Ja.“

Drei Jahre ist das jetzt her. Drei Jahre seit der großen Zerstörung. Heute ist der Schellenberger Wald eine gespenstische Schönheit und die Natur findet ihren Weg. Das Zauberwort heißt: Licht. Dort, wo vorher keines war.

Tobias Hartung (Grün und Gruga):

„Die Baumart Eiche ist eine der Baumarten, die gerade nach dem Sturm eine riesige Chance hat, denn ohne diese großen Freiflächen würde sich die Baumart Eiche nicht natürlich in Wäldern etablieren und würde durch die Schattbaumarten wie z. B. Buche oder Ahorn beschattet und fällt dann aus.“

Förster Tobias Hartung zeigt uns im Schellenberger Wald die Flächen, auf denen die nächste Generation von Bäumen übernimmt. Und es gibt noch mehr Phänomene durch den Sturm Ela. Überall dort nämlich, wo der Wald seitdem unberührt ist, findet man totes Holz. Und dieses Holz ist ökologisches Gold. Zuerst wird es von Pilzen befallen, dann von Insekten und von diesen Insekten ernähren sich verschiedene Spechtarten wie der Grün- oder der Buntspecht. Je lichter das Gelände, desto besser wird der Lebensraum auch für Vögel, die das Unterholz oder offenes Gelände brauchen. Der Zilpzalp zum Beispiel oder der seltene Baumpieper.

Doch es gibt auch die Kehrseite. Der Sturm zerstörte nicht nur Tausende Bäume auf einen Schlag. Es gibt auch Folgen, die den Wald noch Jahre beschäftigen. Tobias Hartung macht sich Sorgen um den Bestand der Buchen, denen plötzlich der Schatten fehlt.

Tobias Hartung:

„Wir sehen hier beispielhaft an der 160jährigen Buche den Sonnenbrand. Der ist direkte Folge des Orkans Ela. Die plötzliche massive Freistellung der Buche hat dafür gesorgt, dass sich hier der Sonnenbrand entwickelt und in der Folge werden sich dort Pilze ansiedeln und den Baum in der Vitalität stören, das Holz zersetzen und letztlich auch zum Absterben bringen.“

Auch das Wurzelwerk vieler alter Bäume ist nach dem Sturm angegriffen. Die Förster versuchen langfristig, Sorten wie die Vogelkirsche und Winterlinde anzusiedeln, Bäume, die widerstandsfähig sind gegen Stürme und Hitze.

Die Natur findet ihren Weg, doch in Zeiten des Klimawandels braucht der Wald Hilfe, damit seine Zukunft gesichert wird.

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