Wiederaufforstung im Schellenberger Wald

Lokalzeit Ruhr vom 26. Februar 2016

Am 26. Februar 2016 strahlte der WDR in der Lokalzeit Ruhr den folgenden Beitrag über die Wiederaufforstung im Schellenberger Wald aus:

Transkript der Sendung

Lokalzeit Ruhr vom 26. Februar 2016
Bericht: Roland Winter
Kamera: Rainer Ziesmer
Schnitt: Stefan Lätzel

Anmoderation durch Julia Kleine:
Umgestürzte Bäume, zerstörte Häuser und Autos – ja, die Bilder vom Horrorsturm Ela, die haben Sie wahrscheinlich immer noch vor Augen. Anderthalb Jahre ist das jetzt her, aber noch immer sind die Schäden sehr massiv. Bürgervereine, die haben viel Geld gesammelt, und deshalb werden jetzt in Essen die ersten Bäume gepflanzt.

Dorothea und Udo Klusemann lieben den Schellenberger Wald in Essen-Heisingen. Aber immer, wenn sie hier spazieren gehen, müssen sie an Ela und die Folgen denken.

Dorothea Klusemann:

„Es war grauenhaft. Es kam eine schwarze Wand auf uns zu. Und dann wackelten sogar bei uns in der Wohnung die Scheiben. Und alles flog durch die Gegend. Also wir haben richtig Angst gehabt. Man dachte, die Welt geht unter.“

Udo Klusemann:

„Es ist schon grausam gewesen, das zu sehen. Denn es war ja wirklich alles … Jetzt sieht’s ja so aus, dass was gemacht worden ist … bisschen entsorgt worden. Aber damals … die geknickten Bäume, die dann ja auch auf der Straße lagen … das war schon … grausam.

Pfingstmontag 2014. Ela kommt mit Windgeschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometer daher. Allein in Essener Straßen und Parks stürzen 18.000 Bäume um. Wie viele es in den Wäldern sind, weiß niemand so genau, aber besonders heftig hat es den Schellenberger Wald erwischt. Hier haben Bürger Geld gesammelt um wiederaufzuforsten.

Günter Kirsten (Bürgerschaft Heisingen):

„Wir sind ganz stolz, dass diese Aktion tatsächlich fast 9.000 € zusammengebracht hat. Und wenn man überlegt, dass das hauptsächlich Gelder von Privatleuten waren, die in unterschiedlichen Summen gezahlt worden sind, sind wir ganz stolz darauf, dass wir das erreicht haben und wir werden jetzt versuchen … oder nicht versuchen, sondern wir werden mit Hilfe von Grün-und-Gruga hier fast 4.000 Bäume pflanzen.“

Erste Flächen dafür hat Förster Tobias Hartung in den vergangenen Wochen leergeräumt und schon im nächsten Monat soll es hier losgehen.

Tobias Hartung (Grün und Gruga Essen):

„Die Pflanzen sind 80 bis 120 cm hoch. Wir pflanzen hier Traubeneiche und Winterlinde. Die Bäume, die hier gefallen sind durch den Orkan Ela, die waren 130 Jahre alt. Solange müssen wir natürlich auf die nächste Generation warten. Aber wir geben hier den Startschuss für die neuen Waldbäume.“

Gleich nebenan ist nichts aufgeräumt. Alles soll so bleiben, wie es ist.

„Dieses hier ist eine Prozessschutzfläche, also eine Wildnisfläche, die der natürlichen Waldentwicklung überlassen wird. Hier beobachten wir die Natur und machen gar nichts, ganz im Gegensatz zu den Aufforstungsflächen, wo wir jetzt dank der Bürgerspenden Bäume pflanzen werden.“

Und die Bürger wollen bei der Pflanzaktion helfen. Schließlich freuen sie sich am meisten über ihren Wald.

„Ja! Sehr! Ich liebe sowieso die Natur. Und dann ist es nämlich sehr schön, weil wir gehen hier sehr viel spazieren.“

Udo Klusemann:

„Für unsere Kinder ist das natürlich auch die Zukunft. Der Heisinger Wald war immer schön.“

Und wird es wohl wieder werden. Nur dauern wird’s halt viele Jahrzehnte.

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