Depressionsfalle Lührmannwald

Wunden im Wald

So richtig elend wird mir, wenn ich Kahlschläge wie diesen an der Lührmannstraße sehe:

Lührmannswald Kahlschlag

Der Wahnsinn hat Methode. Im Bachtal am Schleifkottenweg sieht es so aus, als hätten Wildsäue den Wald verwüstet:

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Der typische Essener Förstbeamte ist erst dann so richtig in seinem Element, wenn er große Flächen kahlschlagen kann. In Essen ist der Wald FSC-zertifiziert. Deshalb beträgt die Obergrenze für Kahlschläge 0,3 ha. Es gilt die Faustregel: Ein Kahlschlag darf einen Durchmesser von einer Baumhöhe haben. Diese Regel reizt Wuttke bis zum Anschlag aus. Offizielle Begründung ist sicherlich, dass man hier den Bachlauf von Bäumen „freistellen“ möchte. Das schmale Rinnsal ist nicht leicht zu erkennen, da man es unter Bergen von Kronenabfällen begraben hat. Dass unter natürlichen Bedingungen hier Buchen bis an den Bachrand wachsen würden, spielt keine Rolle.

Ich glaube, dass für die Essener Motorsäger ein dichter und dunkler Wald mit vielen eng beeinander stehenden Bäumen ein Gräuel ist. Alte dicke Bäume gehören für sie nicht in den Wald, sondern ins Sägewerk oder in den Ofen. Deshalb schaffen sie mit brachialer Gewalt künstliche Försterwälder: Ansammlungen von Brettern, die verloren um baumfreie Zonen herumstehen. Überall wurden dem Wald häßliche Wunden geschlagen:

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