Depressionsfalle Lührmannwald

Baumfriedhof voller Stubben

Im Lührmannwald wandert man ständig an Baumstubben entlang. Die Wegränder sind übersät davon. Überall abgesägte Bäume. Ein Friedhof toter Bäume. Wie viele alte Bäume würden hier wachsen, wenn man sie nur ließe! Und wie schön sähe das aus! Stattdessen überall nur dünne Bohnenstangen.

 

Noch deprimierender ist es, wenn die Bäume frisch geschlagen wurden und noch direkt am Wegesrand liegen. Wie soll man sich auf so einem frisch abgeernteten Holzacker erholen? Die Waldbauern von Grün-und-Gruga finden stets einen Grund, um Bäume zu fällen. Dicke Bäume werden gefällt, weil sie ihre „Zielstärke“ erreicht haben oder wegen der Verkehrssicherung oder weil sie verpilzt oder von Käfern befallen sind oder weil man das Kronendach auflichten muss. Dünne Bäume werden gefällt, weil sie Z-Bäume bedrängen oder schief sind oder Zwiesel haben oder der Förster sich mit seiner Frau verkracht hat. Irgendeinen Grund gibt es immer. Hauptsache, der Wald ist hinterher schön licht und jung und gesund und vital und besteht nur noch aus spindeldürren Bäumchen.

 

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