Wirtschaftsjahr 2014

Einleitung

Am 1. Oktober 2013 beginnt das Forstwirtschaftsjahr 2014. Im Wirtschaftsplan 2014 wird Grün-und-Gruga wieder 8.000 Festmeter Holz einschlagen. Wenn man für einen Baum ungefähr 2 Festmeter ansetzt, so entspricht diese Holzmenge  4.000 gefällten Bäumen. Die 10 Dokumente, die am 2. Juli 2013 dem Umweltausschuss zum Beschluss vorgelegt wurden, können Sie hier herunterladen:

Der Vorgang hat die Nummer 0172/2013/6A. Unter dieser Nummer finden Sie sie auch im Ratsinformationssystem der Stadt Essen. Der Vorgang wurde auch allen Bezirksvertretungen und dem Beirat der Unteren Landschaftsbehörde zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Sitzung des Umweltausschusses am 2. Juli 2013

Dem Umweltausschuss gehören 16 Mitglieder an: 6 von der SPD, 5 von der CDU, 2 von den Grünen, und je 1 von der Linkspartei, der FDP und dem Essener Bürgerbündnis. Alle Mitglieder des Umweltausschusses haben dem Wirtschaftsplan zugestimmt. Eine Diskussion fand nicht statt. Eine eigene Meinung vertritt im Ausschuss niemand. Niemand traut sich ein eigenständiges Urteil über den Zustand der Essener Wälder zu: Die Ausschussmitglieder vertrauen blind auf die Förster von Grün-und-Gruga, Prof. Dubbel und den FSC. Wortwörtlich werden die Aussagen von Prof. Dubbel über den Erholungsdauerwald“ wiedergegeben. So lobte Bernd Flügel von der CDU Grün-und-Gruga, weil sie den Wald fit für den Klimawandel machen würden. Rolf Fliß von den Grünen hielt Grün-und-Gruga für vorbildlich. Der FSC habe nichts zu beanstanden und man würde die Bäume heute nur noch „einzelstammweise“ fällen. Und Walburga Isenmann von der CDU lobte, wie sicher sie sich im Essener Stadtwald fühlen könne: Dort würden ihr – im Gegensatz zu den privaten Essener Wäldern – keine Äste auf den Kopf fallen: Für ihre Sicherheit sorge Grün-und-Gruga.

Ausschuss
Sitzung des Umweltausschusses am 2. Juli 2013. Links im weißen Kurzarmhemd: Ausschussvorsitzender Christoph Kerscht (Grünen), links an der Wand im weißen Blazer Walburga Isenmann (CDU), rechts davon mit roter Krawatte Bernd Flügel (CDU)

Kritische Stimmen gab es im Ausschuss nicht – SPD, FDP, Linke und Bürgerbündnis meldeten sich nicht einmal zu Wort. Überhaupt herrschte große Eintracht im Ausschuss: Man duzt sich, trinkt Kaffee und isst Kuchen, während man en passant das Fällen von 4.000 Bäumen abnickt.

Einzig in der Bezirksvertretung IX hatte sich im Vorfeld Unmut über die Baumfällungen geregt. Auf Initiative der Grünen Susanne Berger von der Kettwiger Bezirksvertretung wird deshalb in Essen-Kettwig am 10. September um 14 Uhr ein Ortstermin stattfinden, bei dem der gesamte Ausschuss die kommende „Waldpflegemaßnahme“ an der Ruhrtalstraße vorab begutachten will. Treffpunkt ist die Straße „An der Nittlau„. Dabei sollen Vertreter von Grün-und-Gruga, ein Gutachter vom FSC und Prof. Dubbel anwesend sein. Die Ausschussmitglieder wollen sich über Sinn und Notwendigkeit der Maßnahme vor Ort informieren. Interessierte Bürger sind ausdrücklich willkommen – Treffpunkt ist der Waldzugang „An der Nittlau“. Ein derartiger Ortstermin gaukelt die Sorge um die Bedenken der Bürger vor Ort nur vor: Ein unabhängiger Gegenexperte z. B. vom BUND, NABU, Greenpeace oder einem vorbildlich ökologisch wirtschaftenden Stadtwald wie Lübeck oder Göttingen wurde nicht eingeladen. Das Ergebnis steht von vornherein fest.

Die WAZ berichtete am 7. Juli über die Ausschusssitzung unter dem Titel „Chance zum Dialog vor Ort“. Der Redakteur Rorowski verwechselt allerdings den Heissi-Wald in Essen-Werden mit dem Wald an der Ruhrtalstraße in Essen-Kettwig, wo der oben erwähnte Ortstermin geplant ist.