Fotos zum Schirmschlag im Harrl


Im Februar 2011 wurden östlich des Ruheforsts im Harrl ungefähr 5 ha Buchenwald im Schirmschlagverfahren abgeholzt. Die erste Fotoserie zeigt die riesigen Mengen an Holz, die beiderseits des Forstwegs lagerten, der von Bückeburg nach Bad Eilsen verläuft:

 

Die nächste Diashow zeigt, wie breit die Rückegassen sind, auf denen die Baumtämme aus dem Wald mit Hilfe von tonnenschweren Forstrückeschleppern abtransportiert wurden. Der Waldboden wurde großflächgig verdichtet und unwiderruflich geschädigt. Der Waldboden verhält sich wie ein Schwamm: Fährt ein bis zu 20 t schwerer Forstrückeschlepper darüber, so wird er „auf einer Breite von bis zu acht und einer Tiefe von über zwei Metern zusammengepresst – und zwar unumkehrbar. … Die Poren im Boden werden für immer zerdrückt, die Luftkanäle brechen zusammen.“ (Peter Wohlleben, 300 Jahre Nachhaltigkeit). Die Folgen sind, dass die Bodenlebewesen absterben und der Boden seine Fähigkeit, Wasser zu speichern verliert. Beides trägt wesentlich dazu bei, dass die Buchen in den Folgejahren krank werden.

 

Die Diashow zeigt auch, wie groß der Abstand zwischen den verbliebenen dünnen Buchen geworden ist. Diese werden ihren Zieldurchmesser von 60 cm nie erreichen, das sie vorher krank werden, ihr Wachstum einstellen und absterben. Schirmschlag ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch ein Fiasko. Nur kümmerliche Reste des Kronenabfalls verbleiben als Totholz im Wald. Biotopbäume für Spechte, Käfer und Pilze sind nicht zu sehen. Der Wald ist erschreckend holzarm und auch der Zuwachs an Holz wird in den nächsten Jahrzehnten verglichen mit einem naturnahen, dicht bestandenen Buchenwald sehr gering sein. Das Kronendach ist nun löchrig wie ein Schweizer Käse.  Die Jungbuchen werden ohne den Schutz und den Schatten von Mutterbäumen aufwachsen müssen.

Zum Vergleich ein Foto eines Buchenwalds aus dem vorbildlichen Göttinger Stadtwald. Sie können es sehen: viel mehr Bäume pro Fläche, viel mehr dicke Bäume, unterschiedliche Altergruppen bunt gemischt, keine Löcher im Kronendach. Ein Wald, dem man die Nutzung fast nicht ansieht. Hochprofitable Holzernte  – siehe den Baumstumpf vorne links im Bild – geht eben auch ganz anders:

Goettingen
Göttinger Stadtwald im Frühling 2013 mit blühenden Buschwindröschen

 

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