Zerstörung des Stadtwalds

Verkehrssicherung am Schliehenbankweg

Beiderseits des Schliehenkampwegs wurden fast alle alten Buchen gefällt. Aber auch jüngere Buchen mit einem BHD von erst 50 cm fielen der Motorsäge zum Opfer. Zum Försterargument der Verkehrssicherung habe ich anläßlich der Zerstörung des Brinkmanns-Waldes bereits viel geschrieben: Förster Herber und die Verkehrssicherung. Schon im Brinkmanns-Wald wurde mit dem Argument der akuten Lebensgefahr, die von alten Buchen ausgehe, Schindluder getrieben. Dies gilt umso mehr für die Buchen am Schliehenbankweg. Deren Stamm war nicht hohl und nicht verpilzt. Sie können sich selbst bei Ihrem nächsten Spaziergang davon überzeugen.

 

Verschleuderung öffentlicher Gelder im Stadtwald

Die Fotos zeigen hinter den Baumstümpfen Plantagen künstlich angepflanzter Buchensetzlinge. Eine solche künstliche Verjüngung ist sündhaft teuer: Die Dienststelle von Förster Herber, das Regionalforstamt Ruhrgebiet, beziffert die Kosten von 1 ha Aufforstung mit 15-20.000 € (Aufforstung kostet mehrere Tausend Euro, WAZ vom 1.4.2014, kein Aprilscherz!). Es wollen nicht nur 2.500 – 5.000 Setzlinge bezahlt werden. Auch das Personal für die Pflanzungen, die per Hand durchgeführt werden, will entlohnt werden. Hinzu kommen Kosten für die Pflege der Buchenkultur in den Folgejahren: Schnellwachsende Gräser und Kräuter müssen entfernt werden, damit die Setzlinge nicht darunter erstickt werden. Ausfälle durch Wildverbiss müssen ersetzt werden.

 

Will man die 4 ha Wald am Schliehenbankweg aufforsten, kostet das mindestens 60.000 €. Das ist mehr als das Doppelte von dem Erlös aus dem Holzverkauf (100 Altbuchen x 5 Fm x 50 € = 25.000 €). Die Bottroper Forstwirtschaft arbeitet mit Verlusten. Erfolgreiche private Waldbesitzer dagegen wie z. B. die Familie Reitzenstein und Rotenhan, die vom Holzverkauf ihrer Firma Boscor leben müssen, setzen konsequent auf Naturverjüngung und halten durch effektive Bejagung das Wild kurz. Ein Wald verjüngt sich automatisch und völlig kostenlos, wenn der Rehwildbestand niedrig gehalten wird. Dies geschieht in Bottrop nicht, weil Jäger für ihr luxuriöses Hobby sehr hohe Wildbestände brauchen. In natürlichen Wäldern tummeln sich 1-2 Rehe pro 100 ha. In Bottroper Wäldern sind es 20 und mehr. Für die Wildschäden zahlt die Allgemeinheit einen hohen Preis: nicht nur in Form von Wildunfällen mit dem Auto (siehe WAZ vom 28.3.2014 „Zeitumstellung: Gefahr durch Wildunfälle wächst„), sondern auch für die künstliche Aufforstung.

Förster Peter Wohlleben hält von künstlicher Verjüngung gar nichts: „Ein gepflanzter Wald ist eine grüne Kolonne von Rollstuhlfahrern.“ Sie können die Kritik Wohllebens an künstlichen Buchenanpflanzungen auf der Seite „Unnatürlicher Buchenvoranbau“ nachlesen.

 

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