Sommerdurchforstung auf Halde Haniel

Das Stück-Masse-Gesetz

Die Ernte von dünnen Bäumen ohne Harvester ist nicht profitabel. Ursache ist ist das so genannte „Stück-Masse-Gesetz“. Peter Wohlleben erklärt:

„Bei der Holzernte gilt: Je dicker der Stamm, desto geringer die Kosten und desto höher der Gewinn. Um 30 Festmeter zu ernten, können Sie entweder 300 dünne Fichten, 30 mittelstarke oder eine einzige erntereife Fällen.  Im ersten Fall müssen die Waldarbeiter 300 Bäume aufsuchen, fällen und entasten. Der Rücker muss sich 300 mal bücken, den Stamm anketten und ihn zum Waldweg schleifen. Das kostet!“ (Mein Wald, S. 108)

Früher hätte man das Erlenwäldchen einfach verwildern lassen. Eine Durchforstung wäre viel zu teuer gewesen. 2 Waldarbeiter hätten viele Tage lang die Bäume fällen, entasten und zuschneiden müssen. Vielleicht hätte man die dünnen kurzen Stämmchen nicht einmal mit einem Seilschlepper zum Forstweg gezogen, sondern einfach per Hand dorthin getragen. Vielleicht hätte man nur eine einzige zentrale Rückegasse in der Mitte angelegt.

Seit der Einführung der Harvester ist die Holzernte plötzlich auch in solchen Wäldchen finanziell lukrativ geworden. Für den kurzfristigen Gewinn wird die langfristige Gesundheit des Waldes geopfert.

 

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