Strafprozess von Wald-und-Holz-NRW gegen Adrian

Schluss

Mathias Döpfner ist Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, einem der größten und einflussreichsten Verlagshäuser Europas. In einem offenen Brief mit der Überschrift „Solidarität mit Jan Böhmermann“ schreibt er am 10. April 2016 in der WELT AM SONNTAG über dessen Schmähgedicht:

„Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht. […] Ein Kunstwerk. Wie jede große Satire.“

Döpfner lobt ein Gedicht, in dem der türkische Ministerpräsident u. a. als „sackdoof, feige und verklemmt, […] schwul, pervers, verlaust und zoophil“ beleidigt wird.1 Und wohlgemerkt: Döpfner ist nicht etwa Chefredakteur der TITANIC oder des POSTILLON. Und er veröffentlicht sein Lob in einer Zeitung, die dem „bürgerlich-konservativen Spektrum“ (Wikipedia) zugeordnet wird und vielleicht auch vom Leiter von Wald-und-Holz-NRW Andreas Wiebe und der Essener Staatsanwaltschaft gelesen wird. Döpfner beendet seinen Brief mit einer Solidaritätsbekundung, bei der vermutlich manch konservativem Bürger der Sonntagmorgen-Kaffee wieder hochgekommen ist:

„Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen. Vielleicht lernen wir uns auf diese Weise vor Gericht kennen. Mit Präsident Erdogan als Fachgutachter für die Grenzen satirischer Geschmacklosigkeit.“

Schade, dass Döpfner nicht Staatsanwalt in Essen geworden ist.

Nach oben
Zurück zur Einleitung

  1. siehe Das Schmähgedicht im Wortlaut []