Strafprozess von Wald-und-Holz-NRW gegen Adrian

„Verräterisch ist stets, wenn gegen die missliebige Position kein Argument vorgebracht,
sondern Gekränktheit geltend gemacht wird.“
Jens Jessen1

Einleitung

Am 8. April 2014 drohte mir Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs Wald-und-Holz-NRW:

„Ich fordere Sie […] auf, in Ihren diversen Internetaktivitäten umgehend alle Formulierungen bezogen auf Wald und Holz NRW und Herrn Herber zu entfernen, die diffamierend, unterstellend und beleidigend sind. Abschließend weise ich darauf hin, dass ich mir weitere rechtliche Schritte in dieser Sache gegen Sie ausdrücklich vorbehalte.“2

Hintergrund war meine umfangreiche Artikelserie über die Zerstörung des Brinkmannswaldes in Bottrop, die im Frühjahr 2014 auch überregional für Schlagzeilen sorgte. Ich nahm Wiebes Drohung damals nicht ernst: Schon einmal hat mir ein Forstamt juristische Schritte angedroht und nichts war passiert.3 Doch Wiebe und sein Justiziar Yuri Kranz bluffen nicht: Am 22. April 2014 erstatten sie Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Essen.

Im Folgenden schildere ich den Strafprozess. Die Dokumentation ist in sieben Kapitel gegliedert:

  1. Strafantrag von Andreas Wiebe, Leiter von Wald-und-Holz-NRW, vom 22. April 2014
  2. Brief von Franz Püttmann, Fachbereichsleiter III von Wald-und-Holz-NRW, vom 6. Juni 2014
  3. Vorladung des Polizeipräsidiums Recklinghausen vom 30. Juni 2015
  4. Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Essen vom 7. Januar 2015
  5. Strafbefehl und Bewährungsbeschluss des Amtsgerichts Bottrop vom 15. April 2015
  6. Gerichts- und Rechtsanwaltskosten
  7. Schluss

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  1. DIE ZEIT vom 17. September 2015 []
  2. Antwort von Herrn Wiebe, Leiter von Wald-und-Holz-NRW []
  3. siehe Wahllos die Hälfte aller Bäume gefällt, Schaumburger Zeitung vom 23. Oktober 2013; der Untertitel lautet „Fürstliches Forstamt prüft juristische Schritte“ []