Brief an Prof. Christian Ammer

Antwort von Prof. Ammer vom 19. Dezember 2017

Mit vielen der im Handbuch genannten Empfehlungen kann ich mich sehr gut identifizieren und berücksichtige sie vollumfänglich (Bsp. keine Kalkung, keine Bodenbearbeitung, keine Pestizide, Gassenabstand >40 m, Bewirtschaftungsruhe zur Brut- und Forstpflanzungszeit, anzustrebender Totholzvorrat 20 fm, Schutz von Habitatbäumen etc.), anderes kann in einem Wald mit nur 6 ha naturgemäß nicht realisiert werden (z. B. alle Waldentwicklungsphasen räumlich zu verbinden).

Bei einigen wenigen Punkten sehe ich die empirische Grundlage als etwa dünn an. So ist nach meiner Kenntnis nicht ausreichend bekannt, wie sich nicht einheimische oder gebietsfremde Baumarten in der Buche auf die Biozönose auswirken, wenn der Bestand von der Buche dominiert bleibt. Wir habe hierzu mit Bodenkundlern, Tier- und Pflanzenökologen vor einigen Monaten ein Verbundprojekt gestartet und ich bin gespannt was dabei herauskommt.

Auch sehe ich im Hinblick auf die Biodiversität die Notwendigkeit auf großer Fläche nicht nur eine einzige Waldstruktur anzustreben. Aber auch das können wir auf unseren kleinen 6 ha nicht leisten, dort versuchen wir einen strukturreichen, mehrschichtigen Wald aufzubauen.

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