Lexikon für Fachbegriffe

Ich zitiere beim Lexikon aus folgenden Quellen:

  1. Gesche Jürgens und Martin Kaiser, Ein neues Wildnisgebiet im Bürgerwald Niedersachsens, Hamburg 2012
  2. Susanne Winter, Ermittlung von Struktur-Indikatoren zur Abschätzung des Einflusses forstlicher Bewirtschaftung auf die Biozönosen von Tiefland-Buchenwäldern, Dresden 2005
  3. Wikipedia
  4. Norbert Panek und Markus Schönmüller, Umgang mit Buchenwäldern im Umfeld der UNESCO-Weltnaturerbestätte „Nationalpark Kellerwald-Edersee“, 2013
  5. Ernst Röhrig, Norbert Bartsch, Burghard von Lüpke, Waldbau auf ökologischer Grundlage, Stuttgart, 7. Auflage 2006
  6. Gerhard Stinglwagner, Ilse Haseder, Reinhold Erlbeck, Das Kosmos Wald- und Forst-Lexikon, 5. Auflage 2016
  7. Praxishandbuch – Naturschutz im Buchenwald. Naturschutzziele und Bewirtschaftungsempfehlungen für reife Buchenwälder Nordostdeutschlands. Hrsg. Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg, 2015
  8. Lachat, T.; Brang, P.; Bolliger, M.; Bollmann, K.; Brändli, U.-B.; Bütler, R.; Herrmann, S.; Schneider, O.; Wermelinger, B., 2014: Totholz im Wald. Entstehung, Bedeutung und Förderung. Merkblatt für die Praxis, 52. Birmensdorf, Eidg. Forschungsanstalt WSL.

 

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A

abholzig: „Ein Baum ist abholzig, wenn er zur Krone hin überdurchschnittlich stark kegelförmig zuläuft, d. h. sich verjüngt. Abholzig sind meist freistehende Bäume, die ohne Konkurrenz und ohne Stütze anderer Bestockungsglieder aufgewachsen sind und durch ihre Form Stürmen besser standhalten können. Differenzen von < 1 cm/m gelten als vollholzig, 1 bis 2 cm/m als abholzig und > 2 cm/m als stark abholzig.“ (6, S. 13)

Abteilung: Ein Forstbetrieb ist gegliedert in Abteilungen (arabische Zahlen) und Unterabteilungen (Buchstaben). (6, S. 928)

Altbestand: Der Altbestand ist eine „natürliche Altersklasse“. Die Bäume „haben den für die Holzverwertung angestrebten Zieldurchmesser erreicht“. (1, S. 38)

Altholz: „Bestand (Altbestand), dessen Bäume die Zielstärke (Hiebsreife) bzw. Umtriebszeit erreicht haben und genutzt (abgetrieben, abgeholzt) werden können“ (6, S. 31)

Altersklasse, natürliche – : Die Bäume eines Bestandes werden nach ihrem Entwicklungsstand eingeteilt in 6 Klassen (siehe 1, S. 38):

  1. Kultur (Höhe 0-2 m)
  2. Jungwuchs (Höhe 2-6 m)
  3. Jungbestand (Höhe 6-12 m)
  4. Stangenholz (BHD 7-20 cm)
  5. Baumholz (BHD 21-49 cm)
  6. Altbestand (BHD > 50 cm)

Altersklassenwald: Wald, der aus nur einer einzigen Altersklasse besteht.

Altersphase: siebte und vorletzte der acht Waldentwicklungsphasen, auch Terminalphase genannt. BHD > 60 cm, Höhe des Baums > 85% der maximalen Baumhöhe (siehe 2, S. 28)

 

B

Basalfläche: Bestandesgrundfläche

Baumholz: Das Baumholz ist eine natürliche Altersklasse. Die Bäume haben einen BHD von 21-49 cm (siehe 1, S. 38).

Baumklassen: Gustav Kraft unterscheidet in seinen 1884 erschienenen „Beiträgen zur Lehre von den Durchforstungen, Schlagstellungen und Lichtungshieben“ 5 Baumklassen:

  1. vorherrschende,
  2. herrschende,
  3. gering mitherrschende,
  4. beherrschte und
  5. ganz unterständige Bäume.

Baumklassen

4 a: zwischenständige, eingeklemmte Kronen
4 b: teilweise unterständige Kronen

Baummikrohabitat (engl. tree-related microhabitat, TreM): eine deutliche und gut abgegrenzte Struktur an lebenden oder stehenden toten Bäumen wie z. B. eine Baumhöhle oder ein Stammbruch. TreMs sind besondere und wichtige Lebensorte für Arten, die sie zum Schutz, zur Fortpflanzung, zur Entwicklung und für die Nahrung brauchen. (nach Thibault Lachat und Jörg Müller, Importance of Primary Forests for the Conservation of Saproxylic Insects, S. 595 in: Michael D. Ulyshen (Hg.), Saproxylic Insects – Diversity, Ecology and Conservation, Springer 2018)

Baumschicht: Man unterscheidet 3 Baumschichten: Unterstand, Zwischenstand und Ober(be)stand (= Überhalt)

Bedränger: Baum, der das Wachstum eines Z-Baums behindert, weil er zu nah bei ihm steht und in dessen Krone hineinwächst. Bedränger werden bei Durchforstungen gefällt.

BHD: Abkürzung für Brusthöhendurchmesser.

Besamungshieb: Der Besamungshieb stellt die zweite Phase des Schirmschlags dar. Dabei wird ein Drittel der Altbäume gefällt (4, S. 31). Der Hieb erfolgt im Winter, nachdem im Herbst eines Mastjahres die Bucheckern zu Boden gefallen sind. Die verbleibenden Altbäume sollen „einen gleichmä…