Tourismusverband als kostenlose PR-Agentur von HessenForst

„Unverfälschte Natur“, „wahre Natur“, „Idylle“, „Ursprünglichkeit“, „wunderschöner Waldbestand“, „traumhaft“, „herrlich“, „zauberhaft“ – so redet der Verein Weserbergland Tourismus über das Weserbergland. Gefunden habe ich diese Zitate im Service-Wanderheft für den Weserbergland-Weg.

Nachdem meine Frau und ich auf der dritten Etappe dieses „Qualitätswegs“ knöcheltief im Schlamm eines Forstwegs versackten, entstand die folgende Satire: Wahre Natur im Benzer Holz.

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Die Homepage des Nationalparks Schwarzwald

Schliffkopf_Aussicht_Süd_(pano)Schliffkopf im NLP Schwarzwald, Fotograf: Adrian Michael

In der nächsten Woche mache ich Urlaub im NLP Schwarzwald. Bei der Vorbereitung und Planung meines Besuchs war mir die moderne Homepage des NLPs mit ihrem reichhaltigen Informationsangebot eine große Hilfe. Das Konzept der Nationalparkleiter Schlund und Waldenspuhl geht auf:

„Andere Nationalparks verjubeln viele Millionen Euro beim Bau völlig überflüssiger Besucherzentren. Wir investieren das Geld lieber in gute Leute und ein attraktives Angebot an Veranstaltungen. Außerdem haben wir extra ein Team fähiger Pädagogen und Webdesigner für unsere Homepage.“

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Zur Fingerhut-Blüte in den Schellenberger Wald

„Es ist eine kleine Sensation!“ Bernd Schmidt-Knop, Leiter von Grün-und-Gruga, und Roland Haering, Leiter des Forstamts, strahlen in die Fotoapparate. Grün-und-Gruga hat zum Pressetermin in den Schellenberger Wald nach Essen-Heisingen eingeladen. „Normalerweise blüht der Rote Fingerhut nur auf den großen Kahlschlägen im Nationalpark Eifel oder Harz. Seit diesem Jahr blüht er auch im Schellenberger Wald!“ Stolz führen Schmidt-Knop und Häring die Journalisten zu einer großen Gruppe der Pflanzen mit den schönen roten Blüten.

 

„Das Erholungsdauerwald-Konzept von Professor Dubbel funktioniert! Mit den naturfernen Buchenmonokulturen ist Schluss! Seit wir hier die Hälfte der 200 Jahre alten Buchen gefällt haben, explodiert die Artenvielfalt!“ freut sich Schmidt-Knop. Und sein Kollege Haering ergänzt: „Viele Arten, die auf der Roten Liste stehen, wachsen jetzt hier: Holunder, Brennnesseln, Springkraut, Adlerfarn, Brombeeren und sogar der vom Aussterben bedrohte Große Sauerampfer!“ (siehe Rückkehr des Fingerhuts, WAZ vom 31. Mai 2014)

Aprilscherz: Förster nicht in Nationalgalerie verhaftet

Große Aufregung gestern am 1. April im Forststützpunkt Heidhof in Bottrop-Kirchhellen: Das Telefon stand nicht still, seit ein Spaßvogel im Internetforum „Wald und Holz“ gepostet hatte, Förster Volker Adamiak sei am Wochenende in der Alten Nationalgalerie Berlin verhaftet worden. Er habe mit einem roten Edding rote Punkte auf das Bild „Der einsame Baum“ von Caspar David Friedrich gemalt und den Baum so zur Fällung ausgezeichnet:

Caspar David Friedrich - Der einsame BaumZur Fällung mit roten Punkten markiert: Caspar David Friedrichs „Der einsame Baum“

Als er von Sicherheitsbeamten festgenommen werden sollte, habe er um sich geschlagen und geschrien: „Der Baum ist nicht verkehrssicher! Der Baum ist nicht verkehrssicher!“

Förster Volker Adamiak war jüngst in die Schlagzeilen geraten, weil er im FFH-Gebiet Köllnischer Wald in Bottrop viele alte Buchen gefällt hatte. Offizielle Begründung: Verkehrssicherung. Der BUND-Bottrop hatte in einem offenen Brief vom 26.2.2014 um eine Stellungnahme gebeten, die Adamiak verweigert hat (siehe die Pressemitteilung von Klaus Lange vom 24.3.2014).

Oberbürgermeister Tischler: Öko-Weinbau am Brinkmanns-Wald

Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) bricht sein wochenlanges Schweigen. Nach Ausstrahlung des Berichts über empörte Anwohner des Brinkmannswaldes im WDR-Fernsehen stellte er nun das Projekt „Bacchus“ auf einer Pressekonferenz vor: Die kahlgeschlagenen Hänge des ehemaligen Waldes sollen mit Weinreben ökologisch aufgeforstet werden:

Öko-Weinbau als innovative Idee am Brinkmannswald

Seit Wochen, so der Oberbürgermeister im Interview mit der WAZ, stehe man in Gesprächen mit der bayerischen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Veitshöchheim. Die Rebsorte Bacchus wachse besonders gut auf kahlgeschlagenen Buchenwaldflächen. Auch der humuslose und verdichtete Boden im Brinkmannswald sei kein Problem, erklärt Dr. Arnold Schwab von der Landesanstalt, der extra zum Pressetermin angereist war. Sehr gute Erfahrungen habe man mit Stroh gemacht, das den Boden mit Humus und Nährstoffen anreichere.

Öko-Weinbau als Leuchtturm-Projekt der InnovationCity Ruhr

Tischler erinnerte daran, dass Bottrop die „InnovationCity Ruhr“ und eine „Modellstadt“ sei. Er lobte das Projekt, das von Bayer CropScience gefördert wird: „Zusammen haben wir eine innovative Idee und Lösung entwickelt, um uns der Herausforderung des zerstörten Brinkmannswaldes zu stellen. Die Umwandlung eines Buchenwaldes in einen Öko-Weinberg ist ein bundesweit beispielloses PPP-Projekt. Schon bald werden sich im ehemaligen Brinkmannswald Goldammern und Feldlerchen beobachten lassen.“

 

Förster in Naturwaldzelle verhaftet

Wie das Bockshorner Tageblatt in seiner Ausgabe vom 1. April 2014 berichtet, ist Herr Hoppenstedt, Förster des hiesigen Regionalforstamts, am Montag, den 31. März 2014, von der Polizei festgenommen worden.

Anwohner der Bockshorner Waldes hatten mittags die Polizei informiert: Aus der streng geschützten Naturwaldzelle „Hohle Buche“, in der seit 1978 Baumfällungen verboten sind, war seit den frühen Morgenstunden Motorsägenlärm zu hören. Als die Polizei am Nachmittag vor Ort erschien, war es bereits zu spät. Ein Dutzend der bis zu 90 cm dicken und bis zu 200 Jahre alten Buchen hatte Hoppenstedt da bereits gefällt:

Anwohner in Bockshorn sind fassungslos

Der Förster, der wegen der Abholzung der alten Linden im Stadtpark in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgte, war nicht vernehmungsfähig. Er sei „vollkommen irre“ gewesen und soll „wirres Zeug“ von sich gegeben haben, so der leitende Kripobeamte Müller-Lüdenscheid gegenüber der Zeitung. Immer wieder habe er gebrüllt: „Ich muss die Naturverjüngung einleiten!“.

Hoppenstedt wurde in die geschlossene Psychiatrie des St.-Florian-Krankenhauses in Bockshorn eingeliefert.

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