Greenpeace – der Discounter für ein gutes Gewissen

Protestcamp ohne Greenpeace

Die entscheidende Gemeinsamkeit der zwei oben gezeigten Beiträge von ZDF und ORF ist, dass beim Zuschauer der Eindruck entstehen muss, als sei Greenpeace die einzige Organisation, die sich im Bialowieza engagiert. Es sieht so aus, als seien die „Greenpeace-Aktivisten“ die einzigen, die gegen die Abholzung des Urwalds Widerstand leisten. Nichts könnte weiter entfernt sein von der Wahrheit!

In einem Beitrag für das Morgenmagazin besucht Reporterin Griet von Petersdorff am 10.8.2017 das Protestcamp im Urwald Bialowieza. Deutlich wird, dass dort viele Menschen aus dem In- und Ausland Aktionen planen:

„Ich bin überrascht, wie oft ganz normale Leute vorbeikommen.“1

Nicht ein einziges Mal fällt in der Reportage der Name „Greenpeace“. 

Kein einziger „Greenpeace-Aktivist“ ist im Camp zu sehen, kein einziges Greenpeace-T-Shirt und kein einziges Greenpeace-Plakat. Das deckt sich mit dem Bericht von Karsten Kaminski in der ZEIT vom 19.11.2017 über den Protest und das Camp, in dem Greenpeace auch keine Rolle spielt: Der Kampf um einen der letzten Urwälder Europas. Das „Camp für den Wald“ (Obóz dla Puszczy) hat eine eigene englischsprachige Homepage und eine eigene Twitter- und Facebook-Seite:

Auch im Bericht von Olaf Bock im ARD Mittagsmagazin vom 3.11.2017 taucht Greenpeace nicht auf. Der im Film interviewte Augustyn Mikos ist ein Mitglied des Camps.

Nach oben
Zurück zur Einleitung
Nächste Seite: Schluss – ein Vorschlag

  1. Hervorhebung von F.-J. A. []