Gesche Jürgens und die Pelletheizung ihrer Eltern

Gesche Jürgens ist sogenannte „Waldkampaignerin“ bei Greenpeace. Die Wälder, die Greenpeace interessieren, liegen sonderbarerweise immer ganz weit weg im Ausland. Noch nie gab es von Greenpeace eine Waldkampagne für das Ruhrgebiet, den Harz oder den Bayerischen Wald. Jürgens twittert fast ausschließlich über Polen, Rumänien und Indonesien:

Ihr Auftritt im Film „Die Wahrheit über das Heizen mit Holz“ war eine Katastrophe. Hier geht es zum ersten Teil meiner Kritik: Gesche Jürgens und die Pelletheizung ihrer Eltern.

Warum der Verzicht des Einzelnen die Welt nicht retten kann

Conference on Debt Issues in Low-Income Countries - Heiner Flassbeck

Nach meinem Beitrag „Warum das Verbrennen von Holz das Verbrennen von Öl nicht ersetzt“ habe ich mehrere Emails von Lesern erhalten, die meinten, dass der einzelne Konsument die Welt doch verändern kann, indem er auf bestimmte Produkte verzichtet. Ich möchte deswegen noch einmal Heiner Flassbeck zitieren und am Schluss auf ein sehr lesenswertes Buch von Kathrin Hartmann verweisen. Es trägt bezeichnenderweise den Titel „Ende der Märchenstunde“. Weiterlesen

Zoff im deutschen Forst

Sehr spät am Montagabend lief im NDR die sehenswerte Dokumentation „Unser Wald – Zoff im deutschen Forst“. Es ging um den Streit zwischen Verfechtern eines Kulturwaldes, „also eines kontinuierlich gepflegten Waldes“, und Verfechtern eines Naturwaldes, die meinen, „dass die Natur sich am besten selbst reguliert“.1

Der Fürsprecher des Naturwaldes ist Knut Sturm, Forstamtsleiter des Lübecker Stadtwalds. Er darf seinen Standpunkt ausführlich erläutern und seine Argumente werden veranschaulicht mit Bildern aus dem seit über 100 Jahren unbewirtschafteten Schattiner Zuschlag.2 Der Film endet mit einem Besuch von Sturm in den Heiligen Hallen3 und einem sehr persönlichen Statement von Sturm:

„Wenn ich denn durch so einen Wald laufe, dann sehe ich, was uns eigentlich genommen wird, also, was wir uns selber als Menschen nehmen an Faszination, an Schönheit, an Ästhetik, an Vielfalt auch. Das ist so eine Mischung zwischen Ehrfurcht und Wut, dass wir das nicht mehr zulassen aus reiner Gier, die uns antreibt, immer, uns Menschen. Und das macht mich dann traurig, wütend, alles durcheinander irgendwie. Und ich freue mich, dass es solche Flächen überhaupt gibt. Also das ist dann immer wieder schön, weil man hier wirklich erkennen kann, was Natur wirklich bedeutet.“

Alle Aussagen, die Sturm im Film macht, finden Sie in transkribierter Form auf der nächsten Seite. Weiterlesen

  1. 45 Min – Unser Wald – Zoff im deutschen Forst []
  2. siehe auch Exkursion in den Schattiner Zuschlag mit Revierleiter Baeskow []
  3. Bei dem sehr seltenen Pilz, den Sturm fotografiert, handelt es sich um den Ästigen Stachelbart. []

Offener Brief an Prof. Ammer

Die beste Ehefrau von allen hatte wie immer eine hervorragende Idee: Schreibe einen offenen Brief an Prof. Ammer1 und frage ihn danach, wie er ganz persönlich einen Buchenwald bewirtschaften würde, der ihm gehört! Wie es zu dieser hervorragenden Idee kam, und was genau in dem Brief steht, lesen Sie hier: Brief an Prof. Christian Ammer.

Prof. Ammer auf einem Workshop des Forum Umwelt und Entwicklung in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt im November 2014

  1. siehe auch Ibisch contra AmmerAmmer contra Wohlleben und Ammer, Wohlleben und das Wiehengebirge []

Frede und die Buchen und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv

Ich habe die letzten beiden Kapitel meines Aufsatzes über den Antrag auf Kahlschlag am Wüstegarten durch Achim Frede geschrieben. Sie sind beide sehr lang geworden. Im vorletzten Kapitel geht es um den zentralen Fehler von Frede. Er behauptet, am Wüstegarten sei nicht ein Buchenwald, sondern ein „Birken-Ebereschen-Blockwald“ die natürliche Vegetation. Ich weise den entscheidenden Fehler Fredes u. a. mit zahlreichen eindeutigen Fotos nach, die ich bislang noch nicht veröffentlicht habe.

Das Foto zeigt den Buchenwald ganz oben auf dem Rücken des Wüstegartens direkt neben dem Kahlschlag.

Im letzten Kapitel vertrete ich den Standpunkt, dass Achim Frede nicht allein verantwortlich für den Großkahlschlag ist, sondern dass hinter ihm ein weit verzweigtes Netzwerk von Personen in den unterschiedlichsten Verwaltungen, Behörden, Ämtern und Büros steht. Ich nenne dieses Netzwerk das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK) und beziehe auch die neueste Folge der Politsatire „Die Anstalt“ über die Mont Pèlerin Gesellschaft (MPS) in meine Argumentation mit ein. Nach diesem Kapitel werde ich sicherlich zu den Verschwörungstheoretikern zählen. Und Prof. Christian Ammer wird behaupten, dass ich ähnlich wie Peter Wohlleben Märchen statt Fakten verbreite.

Hier geht es zu meinen beiden letzten Kapiteln: Frede und die Buchen und Frede und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK).

Ibisch contra Ammer

Pierre L. Ibisch, Professor für Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde, hat im Fall der Online-Petition gegen Förster Peter Wohlleben, die von Christian Ammer, Professor für Forstwissenschaft an der Universität Göttingen, eingereicht wurde, in einem lesenswerten Artikel Partei ergriffen für Peter Wohlleben:

„Die Autoren der Online-Petition blenden […] Fakten aus, um ihre Meinung zu untermauern. […] Es steht zudem zu befürchten, dass eine Vielzahl der Unterzeichner der Online-Petition weder das Buch von Wohlleben richtig gelesen haben, geschweige denn die aktuelle relevante Literatur, deren Kenntnis für eine qualifizierte Diskussion unabdingbar ist.“

Hier geht es zum Artikel: Ausblenden von Fakten statt ‚Märchen‘? – Zum wissenschaftlichen Umgang mit waldbezogenen Büchern, Petitionen und Gutachten in Deutschland.

Framing in der Forstwirtschaft

Elisabeth Wehling ist Wissenschaftlerin an der Universität Berkeley in Kalifornien. Sie untersucht, wie unser Denken und Handeln durch Sprache gesteuert wird und wie wir durch einfache Worte verführt und manipuliert werden.

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By Martin J. Kraft – Own work, CC BY-SA 3.0, Link

Während die deutschen Zeitungen sich noch über Donald Trump lustig machten, hat sie seinen Wahlsieg richtig vorhergesagt und sie kann erklären, wie Trump und sein Team die Wähler ganz gezielt mit den richtigen Slogans manipuliert haben. Das Wort „Fake-News“ ist z. B. eine Erfindung Donald Trumps. Weiterlesen

Peter Wohlleben und die 2 Millionen Privatwaldbesitzer

Es gibt in Deutschland knapp 2 Millionen Privatwaldbesitzer. Nur 20 Eigentümer besitzen mehr als 5.000 ha, die meisten davon Adelsfamilien mit bis zu 20.000 ha. Aber 98 % besitzen weniger als 20 ha, im Durchschnitt 3 ha.1

2013 erschien von Bestsellerautor Peter Wohlleben das Buch „Mein Wald – nachhaltig, sanft, wirtschaftlich“. Es richtet sich ausdrücklich an diese 98 % Privatwaldbesitzer:

„Waldwirtschaft – es geht auch sanft! Der durchschnittliche Privatwaldbesitzer verfügt nur über einen Hektar Wald – scheinbar zu wenig, um sinnvoll zu wirtschaften. Wie dies dennoch möglich ist, erfahren Sie hier – und zwar ohne viel Fachchinesisch.“

Und jetzt raten Sie mal, wie viele Bücher verkauft wurden! Weiterlesen

  1. siehe Heino Polley und Petra Hennig, Waldeigentum im Spiegel der Bundeswaldinventur, AFZ-DerWald 6/2015, S. 34 []