Windwurf im Buchenurwald Uholka

Zunächst möchte ich noch einmal hinweisen auf die Biologie-Abituraufgabe. Bislang haben sich vier Leser beteiligt. Der „wichtige und richtige“ (Angela Merkel) Wettbewerb läuft noch bis zum 8. September. Auch Kommentare zur Frage Warum gibt es keinen öffentlichkeitswirksamen Protest gegen die Forstwirtschaft? sind weiterhin möglich und nötig.

Ich habe meinem Artikel über die Wanderung Welyka Uholka im Buchenurwald zwei weitere Seiten hinzugefügt. In der Nähe der Milchsteinhöhle lag der mit 2.000 m2 größte Windwurf, auf den ich bei meinen Wanderungen durch den Buchenurwald gestoßen bin. Der Artikel ist bebildert mit sehr hoch auflösenden Panoramafotos und mehreren Detailansichten.

Weil ich im Dschungel des Windwurfs auf die Tollkirsche stieß, die in der Ukraine auf der Roten Liste steht, folgt eine Seite über die 35 Rote-Liste-Pflanzen, die in Uholka-Schyrokyj-Luh zu finden sind. Hier geht es zu den beiden Seiten: Windwurf in der Nähe der Milchsteinhöhle – Panoramafoto 4 und  Rote-Liste-Pflanzen in Uholka-Schyrokyj-Luh.

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Biologie Abituraufgabe – 20 € Gutschein zu gewinnen

Bevor ich wegen meines Fahrradunfalls in den Ruhestand versetzt wurde, war ich Biologielehrer an einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Folgende Aufgabe hätte ich mir sehr gut in der mündlichen Abiturprüfung1 vorstellen können.

Im Kommentar unter der Aufgabe können Sie Ihre Lösung hinschreiben. Unter den richtigen Lösungen werden drei Amazon-Gutscheine von je 10 € verlost. Die beste Lösung erhält einen Amazon-Gutschein von 20 €. In 14 Tagen, also am 8. September, erfolgt die Auflösung. Gleichzeitig zeige ich Ihnen dann die Bearbeitung dieser Aufgabe durch einen Diplom-Biologen, der Abteilungsleiter in einem deutschen Nationalpark ist.

Buchen und Fichten auf einem Berg

Material:
Die Abbildung zeigt grob schematisch den Wald eines 675 m hohen Bergs in Deutschland, der forstwirtschaftlich genutzt wird. Die Buchen auf der linken Seite sind z. T. etwas älter als 100 Jahre, die Fichten der rechten Seite sind alle 30 Jahre alt.

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  1. Inhaltsfeld 5: Ökologie, Inhaltlicher Schwerpunkt: Mensch und Ökosysteme, siehe Biologie Kernlehrplan Kompetenzen und Biologie Kernlehrplan Abiturprüfung []

Peter Wohlleben und die 2 Millionen Privatwaldbesitzer

Es gibt in Deutschland knapp 2 Millionen Privatwaldbesitzer. Nur 20 Eigentümer besitzen mehr als 5.000 ha, die meisten davon Adelsfamilien mit bis zu 20.000 ha. Aber 98 % besitzen weniger als 20 ha, im Durchschnitt 3 ha.1

2013 erschien von Bestsellerautor Peter Wohlleben das Buch „Mein Wald – nachhaltig, sanft, wirtschaftlich“. Es richtet sich ausdrücklich an diese 98 % Privatwaldbesitzer:

„Waldwirtschaft – es geht auch sanft! Der durchschnittliche Privatwaldbesitzer verfügt nur über einen Hektar Wald – scheinbar zu wenig, um sinnvoll zu wirtschaften. Wie dies dennoch möglich ist, erfahren Sie hier – und zwar ohne viel Fachchinesisch.“

Und jetzt raten Sie mal, wie viele Bücher verkauft wurden! Weiterlesen

  1. siehe Heino Polley und Petra Hennig, Waldeigentum im Spiegel der Bundeswaldinventur, AFZ-DerWald 6/2015, S. 34 []

Warum gibt es keinen öffentlichkeitswirksamen Protest gegen die Forstwirtschaft?

Vielleicht lebe ich in Porta Westfalica hinterm Mond und bekomme das alles nur nicht mit. Vielleicht gibt es überall im Land Bürgerinitiativen zum Schutz alter Buchenwälder, die wöchentlich Mahnwachen vor dem Rathaus mit Hunderten von Teilnehmern organisieren. Vielleicht liegt die letzte Demonstration für den Nationalpark Steigerwald mit Zehntausenden von Demonstranten nur wenige Wochen zurück. Vielleicht finden vor dem Forstbetrieb Rothenbuch im Spessart jeden Monat Sitzblockaden mit Hunderten von Bürgern gegen das Fällen wertvoller Eichen statt.1 Vielleicht gab es im letzten Jahr eine Großdemonstration in Berlin mit über 100.000 Teilnehmern, auf der die bundesweite Einführung des Lübecker Konzepts der Naturnahen Waldnutzung gefordert wurde. Vielleicht weiß ich von all dem einfach nur nichts.

Castor 2011 - Harlingen 8364Keine Sitzblockade vor dem Forstbetrieb Rothenbuch, sondern gegen den Castor-Transport auf den Gleisen bei Harlingen am 26. November 2011

Ich fürchte aber, es ist ganz anders: Kein einziger Chef der Landesforsten zittert vor irgendeinem Umweltverband. Kein einziger Forstamtsleiter hat schlaflose Nächte wegen irgendeiner Bürgerinitiative. Es gibt keinen öffentlichkeitswirksamen Protest gegen die Forstwirtschaft. Warum ist das so? Weiterlesen

  1. siehe BUND-Waldreport 2016, S. 8 ff. []

Verkümmern der Eichen auf der Wiederaufforstungsfläche in Essen

Günter Kirsten, Vorsitzender der Heisinger Bürgerschaft, hatte „Tränen in den Augen“,1 als er im Juni 2014 die Windwürfe im Schellenberger Wald nach dem Sturm „Ela“ sah. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich im Juli 2017 die neu gepflanzten Eichen im Schellenberger Wald nach der Entfernung des Unkrauts sah:

Hier geht es zu meinem Artikel: Verkümmern der Eichen auf der Wiederaufforstungsfläche im Schellenberger Wald.

  1. Spatenstich für neues Grün im Schellenberger Wald vollzogen, WAZ vom 13. März 2016 []

Das Unkraut entwickelt sich prächtig!

Tobias Hartung ist Förster bei Grün und Gruga Essen. Drei Jahre nach dem Pfingststurm Ela verkündet er freudestrahlend in der WAZ bei der Bestandsaufnahme im Schellenberger Wald: „Der Wald entwickelt sich prächtig!“ Zwei Wochen später möchte ich mich selbst davon überzeugen, „dass sich der Wald fantastisch verjüngt“, und fahre nach Essen-Heisingen, wo Grün und Gruga aufgeforstet hat. „Beim Ahorn haben wir einen Zuwachs von einem Meter pro Jahr.“ Nicht nur beim Ahorn, sondern auch bei Adlerfarn, Brombeere, Brennnessel, Hohlzahn, Klette, Weidenröschen und Fingerhut. Die künstlich gepflanzten jungen Traubeneichen, Winterlinden und Weiß-Tannen ertrinken in einem Meer von Unkraut.

Weiß-Tanne (Pfeil) inmitten von Gemeinem Hohlzahn

Hier geht es zu meinem Bericht mit vielen Hintergrundinformationen zum Thema Unkraut aus forstwirtschaftlicher Sicht: Unkraut auf der Wiederaufforstungsfläche im Schellenberger Wald.

Forstwirtschaft zur Wiederaufforstung im Schellenberger Wald

Liest man forstwirtschaftliche Originalliteratur zum Thema Aufforstung, stellt man überrascht fest, dass das Forstamt von Grün und Gruga im Schellenberger Wald zahlreiche problematische Entscheidungen gefällt hat: So ist z. B. die gepflanzte Traubeneiche sehr empfindlich gegen Spätfröste und bedürfte des Schutzes eines Vorwalds aus robusten Pionierbaumarten. Außerdem benötigt man für die Bepflanzung eines einzigen Hektars mindestens 6.000 Eichen; gepflanzt wurden insgesamt aber nur 4.000 Traubeneichen und Winterlinden.

Informationsschild im Schellenberger Wald

Hier geht es zu meinem Artikel: Forstwirtschaft zur Wiederaufforstung.

Fake Forest Facts von Grün und Gruga Essen

Am 6. Juni 2017 sendete der WDR in der Lokalzeit Ruhr den Beitrag „Drei Jahre nach Ela – Zerstörung immer noch sichtbar“. Darin kommt ausführlich Förster Tobias Hartung von Grün und Gruga Essen zu Wort. Ich halte seine Äußerungen für Fake Forest Facts. Hier geht es zum zweiten Teil meiner Kritik an der Wiederaufforstung im Schellenberger Wald in Essen: Beitrag der Lokalzeit Ruhr vom 6. Juni 2017.

Monty-Python-Truppe im Schellenberger Wald

Vor kurzem habe ich den Schellenberger Wald in Essen wieder besucht, den ich 2014 das letzte Mal gesehen hatte. Damals hatte ich mehrere Artikel über den Pfingststurm Ela und seine Auswirkungen auf die Essener Wälder geschrieben.1 Ich hatte mich in der neu gegründeten Bürgerinitiative „Waldschutz Essen“ engagiert und wir hatten uns dafür eingesetzt, die vom Wind umgestürzten Bäume im Wald liegen zu lassen und eine Naturverjüngung zuzulassen.2

Es ist alles anders gekommen. Das Forstamt hat die Windwurfflächen leergeräumt und künstlich kleine Bäumchen gepflanzt, die im Jahr 2017 von meterhohem Unkraut bedrängt und überwuchert werden. Beginnen möchte ich den Artikel über diese bizarre Wiederaufforstung mit der kritischen Analyse eines ebenso bizarren Fernsehbeitrags in der Lokalzeit Ruhr des WDR aus dem Jahr 2016: Wiederaufforstung im Schellenberger Wald.

  1. z. B. Pfingststurm Ela im Schellenberger Wald []
  2. siehe WAZ: Initiative will umgekippte Bäume in Essener Wäldern lassen []

Neue Kapitel und Fotos zur Wanderung im Buchenurwald

„Der eigenartige Eindruck der gewaltigen Wälder der Karpaten der Waldkarpaten in ihrer Natürlichkeit und Ruhe, nur belebt durch das Rauschen der Bergbäche und des Windes und hie und da unterbrochen durch das ferne Krachen eines zu Boden stürzenden alten Urwaldriesen, bleibt unvergesslich.“
Conrad Roth1

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie der Schweizer Forstingenieur Conrad Roth im Jahr 1930.2 Meinem Bericht über die Wanderung Welyka Uholka habe ich vier neue Kapitel mit 22 Fotos hinzugefügt. Ein Thema ist der Strukturreichtum des Buchenurwalds und die Strukturarmut der deutschen Buchenwälder. Hier geht es zu den neuen Kapiteln: Wanderung Welyka Uholka – Der Fluss Kamjanyj.

  1. Conrad Roth, Beobachtungen und Aufnahmen in Buchen-Urwäldern der Wald-Karpathen; Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen Band 83, Nummer 1, S. 1-13; zit. n. Brändli, U. -B.; Dowhanytsch J. (Red.) 2003:Urwälder im Zentrum Europas“ Ein Naturführer durch das Karpaten-Biosphärenreservat in der Ukraine. Birmensdorf, Eidgenössische Forschungsanstalt WSL; Rachiw, Karpaten-Biosphärenreservat. Bern, Stuttgart, Wien, S. 3 []
  2. zu Roth siehe a. a. O., S. 60 []
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