Ruhe und Stille im menschenleeren NLP Sächsische Schweiz

Im Mai wollte ich im Nationalpark Sächsische Schweiz wandern. Letzte Woche erhielt ich die Absage der Vermieterin:

„Auf Grund der aktuellen Lage und des mir als Vermieterin auf erlegten Vermietungsverbots sehe ich mich gezwungen, ihre Buchung zu stornieren.“

Ich bestätigte die Absage, äußerte aber auch meine Verärgerung über den Lockdown. Daraufhin erhielt ich eine gut gelaunte Antwort: Weiterlesen

Lockdown der Nationalparks

Ich veröffentliche eine kurze E-Mail, die ich vergangenes Wochenende an einen Mitarbeiter des Nationalparks Kalkalpen geschrieben habe:

Lieber Herr …!

Sie schreiben, ein Highlight Ihres Nationalparks sei die älteste bekannte Buche in Europa. Diese werde ich leider dieses Jahr nicht sehen. Gestern studierte ich die Regelungen für den Lockdown in Österreich und war … entsetzt. Meine Frau und ich hätten im August Zeit und Geld gehabt – aber es ist verboten.

Ausgerechnet Österreich, das Tourismusland! In Deutschland war ein, wenn nicht das Hauptargument für die Einrichtung von Nationalparks immer die Förderung des Tourismus. Immer! Ein Nationalpark ist wichtig für … den Tourismus! Millionen von Besuchern! Und ich schätze, bei Ihnen war es ähnlich … Naturschutz, ja sicher! Auch! Aber viel wichtiger: Arbeitsplätze! Umweltpädagogen! Ökologen! Ranger! Gastronomie! Hoteliers! Hilfe für strukturschwache Regionen! Die Bauindustrie! Die riesigen neuen Besucherzentren! Neue Straßen! Neue Bahnhöfe! Neue Buslinien! Weiterlesen

Offener Brief von Förster Roland Wirtz an die BBIWS

Seit Dezember 2018 läuft die Online-Petition der Bundesbürgerinitiative Waldschutz (BBIWS). Die Petition protestiert gegen den Umbau der Wälder zu Holzfabriken.1zur Petition siehe auch Von Winnetou und Robin Hood – der SPIEGEL-Artikel über die BBIWS Anfang 2020 veröffentlicht dann ein anonymer Autor der BBIWS unter „Neuigkeiten zur Petition“ den Artikel Trotz Waldsterben – der Ausverkauf der Wälder geht weiter! Teil 1 – Saarland.

Der Artikel erscheint zeitgleich auch auf der Homepage der BBIWS in der Rubrik Aktuelles. Ohne den Namen des zuständigen Revierleiters zu nennen, werden schwere Vorwürfe erhoben: u. a. „Ausverkauf der Wälder“, „massive Einschläge in die Laubholzbestände“, Fällen von „sehr vielen alten Buchen, darunter auch Biotopbäumen mit Mulmhöhlen“. Außerdem werde gegen den Masterplan des Umweltministers Jost verstoßen. Weiterlesen

Online-Abstimmung über den nächsten Artikel

Im Zentrum meines letzten Artikels standen zwei Online-Umfragen. An der ersten Umfrage beteiligten sich immerhin noch neun, an der zweiten nur noch zwei Leser. Offenbar hat der Artikel nur ganz wenige interessiert. Deshalb möchte ich die Abonnenten meiner Webseite über den nächsten Artikel abstimmen lassen. Drei Alternativen stehen zur Abstimmung. Weiterlesen

Online-Umfrage – Teil 2

Fassen wir zunächst die Ergebnisse des ersten Teils der Online-Umfrage zusammen: Friedemann Schäfer bedankt sich für die Bilder und meint. „Ein schöner, uriger Wald […]“ Griesbart stimmt zu:“ein schönes Waldbild aufgrund seines ‚wilden‘ Charakters“. Auch Cornelius Meyer-Stork meint: „Ja, es ist ein schöner Wald, wo eine Wanderung Freude macht.“ Das findet auch Heiner Keller: „Unbewirtschaftete Forste sind immer wohltuend für Spaziergänge und Ruhe.“

Auch über die wirtschaftliche Vernachlässigung des Waldes sind sich die Teilnehmer an der Umfrage einig: Michael Held stellt kurz und knapp fest: „keine Nutzung erkennbar“. Griesbart vermutet einen „faulen Förster“ und diagnostiziert völlig zu Recht eine „mangelnde Durchforstungspflege“. Die Folge beschreibt er fachmännisch und sehr präzise: „Ein ungepflegter mittelalter Buchenbestand (mit bedrängten Mischbaumarten) mit schlechten Wuchsformen, mangelnder Kronenentwicklung, hohen Stammzahlen und vergleichsweise hohen Totholzanteilen.“ Cornelius Meyer-Stork pflichtet bei: „Der Wald ist offensichtlich schon länger nur sehr extensiv bewirtschaftet worden und in letzter Zeit kaum noch.“ Ebenso Heiner Keller: „Keine Holzschläge mehr seit vielleicht 50 Jahren.“ Weiterlesen

Online-Umfrage: Wie finden Sie diesen Wald?

Ursprünglich hatte ich folgendes vor: Ich wollte Ihnen Fotos eines Waldes zeigen und dann sagen, wie ich persönlich diesen Wald finde. Das wollte ich dann vergleichen mit der offiziellen Meinung, die professionelle Naturschutzexperten über diesen Wald haben. Ich, ich, ich. Und die Profis.

Und dann fiel mir auf, dass das für Sie als Leser vielleicht gar nicht so spannend ist: der Adrian hat diese Meinung, die Experten jene. Adrian hat diese Gründe, die Experten jene. Sie sind sich einig. Sie sind sich nicht einig. Ja und?

Das ist  für Sie als Leser vielleicht sogar ziemlich langweilig! Spannender ist es vielleicht, wenn zunächst Sie sich Ihre persönliche Meinung zu dem Wald bilden und diese dann hier mitteilen. Mögen Sie diesen Wald? Oder lässt er Sie kalt? Ist Ihnen so ein Wald vielleicht egal? Und vielleicht ist es auch viel spannender, wenn Sie miteinander ins Gespräch kommen und sich über Ihre Meinungen austauschen. Und erst ganz am Ende kommen die Experten, die Naturschutzprofis, ins Spiel mit ihrer Meinung. Und Sie können sich dann bestätigt oder widerlegt fühlen – je nachdem – und daraus Ihre Schlüsse ziehen. Und ganz am Ende sage ich auch noch etwas. Und das können Sie dann auch wieder kommentieren.

Damit die Sache nicht sofort in eine ganz bestimmte Richtung verläuft, verrate ich Ihnen am Anfang ganz bewusst nicht, wo der Wald liegt. Denn stellen Sie sich vor, ich würde Ihnen z. B. sofort sagen, der Wald sei UNESCO-Weltnaturerbe. Dann würden die meisten sofort eine bestimmte – vermutlich sehr positive – Meinung haben und es würde wahrscheinlich gar keine Diskussion aufkommen. Aber keine Sorge: Der Wald ist kein Weltnaturerbe!

Also: Wie finden Sie diesen Wald? Vielleicht verteilen Sie Noten? Vielleicht nennen Sie Ihre Gründe? Und wie beurteilen Sie seinen Wert für den Naturschutz? Note? Was glauben Sie, was das für ein Wald ist? Privatwald? Landeswald? Naturschutzgebiet? Wirtschaftswald? Was würden Förster wohl sagen? Was wohl die Naturschutzexperten? Was sagen Sie?

Auf der nächsten Seite geht es zu den Fotos – insgesamt 20 – und danach können Sie Ihren Kommentar schreiben. Weiterlesen

Jubiläums-PR

Eigentlich wollte ich nur noch einen Artikel pro Monat schreiben. Aber dann kam der BR und strahlte gleich zu Beginn des neuen Jahres den folgenden Beitrag zum 50jährigen Jubiläum des Nationalparks (NLPs) Bayerischer Wald aus:1Zwischen Spessart und Karwendel, 4.1.2020

Ich hätte mir das auch gar nicht angeschaut, wenn die beste Ehefrau von allen mich nicht gerufen hätte: „Komm mal schnell! Da ist etwas über den Nationalpark!“ Und so stand ich dann etwas unschlüssig vor der Flimmerkiste und war drauf und dran wieder wegzugehen. Aber dann habe ich den Beitrag doch bis zu Ende geschaut. Es war wie bei einem Verkehrsunfall: Schrecklich, aber man muss immer wieder hinsehen! Im Film sagte einer:

„Und dann hat mich der Zorn gepackt!“

Mich auch! Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Public Relation zum 50jährigen Jubiläum des NLPs.

Den Artikel können Sie auch als Podcast anhören und herunterladen: Public_Relation_50_Jahre_NLP.mp3 – 18 MB –  19 min.

Die drohende Zerstörung des Wildniswalds von Porta Westfalica

Ein Damoklesschwert hängt über dem Wildniswald von Porta Westfalica: die Verkehrssicherungspflicht des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Ein Gutachten spricht von 34 Megagefahrenbäumen. Und Megagefahrenbäume müssen gefällt werden. Dabei befindet sich der ganze Wald in der Zerfallsphase. Und wie soll man einen Wald voll schräger, morscher und absterbender Bäume verkehrssicher machen?1siehe meinen Artikel Der Urwald vor den Toren der Stadt Porta Westfalica Das ist unmöglich und alle Beteiligten scheinen das auch zu wissen. Trotzdem fordert der FSC „Maßnahmen“. Und verwickelt sich in heillose Widersprüche – genauso wie Wald und Holz. Und nein – das ist kein Aprilscherz!

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel – u. a. mit einer Stellungnahme von Wald und Holz NRW und einem halbstündigen Interview mit der GFA, zuständig für die Audits des FSC: Der FSC und die Verkehrssicherung am Wolfsschluchtweg.

Der Fehlerzähler und das LANUV

Ich wohne neben einem FFH-Gebiet. Die Naturschutzfachinformationen dazu enthalten Fehler. Drei Fehler. Mindestens. Deshalb hatte ich zunächst mit 4 Angestellten im Call-Center des Umweltministeriums und dann mit 2 hohen Beamten gesprochen: Herrn Dr. Kiel im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV NRW) und Herrn Dr. Schlüter im Landesamt für Natur und Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV). Beide waren sehr hilfsbereit und freundlich, aber letztlich dann doch nicht zuständig. Am 6. Dezember bin ich dann endlich mit dem richtigen Beamten verbunden: Herrn Stroscher vom Fachbereich 21 des LANUV.1siehe Geschäftsverteilungsplan LANUV, S. 34 Er hört mir mit einer bewunderswürdigenden Geduld zu, während ich die Fehler aufzähle, und er beantwortet alle meine Fragen. Es wird für mich ein sehr lehrreiches Gespräch: Weiterlesen