5 ha Kahlschlag am Wüstegarten im Kellerwald

Als ich mit meinem Schädel-Hirn-Trauma wochenlang im Krankenhaus und in der Rehabilitationsklinik im Bett lag, habe ich mir drei Dinge vorgenommen:

  1. mit meiner Frau wieder zu tanzen,
  2. den Mentschul (1501 m) im Buchen-Urwald Uholka-Schyrokyj Luh zu erklimmen und
  3. eine Artikelserie zu schreiben über den 5 ha großen Kahlschlag am Wüstegarten im Kellerwald.

O. k. – tanzen mit nur einem Gleichgewichtsorgan ist schwierig. Tanzen Sie mal mit 2 Promille Wiener Walzer! Die Besteigung des Mentschul muss ich auch vorläufig verschieben; das ständige Klettern über Windwürfe ist definitiv noch zu anstrengend.

Aber was schon mal geht, ist der Beginn einer Artikelserie über den Kahlschlag am Wüstegarten. Er erfolgte selbstverständlich nur in allerbester Absicht! Und nur aus einem einzigen Grund: um die Natur zu schützen! Und alle, aber wirklich alle waren dafür: das Bundesumweltministerium, das Bundesamt für Naturschutz, die Obere Forst- und Naturschutzbehörde, das Land Hessen, der Nationalpark Kellerwald-Edersee und natürlich die Speerspitze der Umweltschutzbewegung: HessenForst. Und weil alle Beteiligten so großartige Arbeit geleistet haben, wurde der Kahlschlag auch mit staatlichen Fördergeldern subventioniert. Und nein, ich bin nicht verrückt!

Hier geht es zu meinem Artikel: Presse zum Kahlschlag am Wüstegarten.

Rehabilitation nach Schädel-Hirn-Trauma

Human skull side bones numbered

2. Scheitelbein, 8. Schläfenbein

… Bruch des linken Schlüsselbeins … Bruch des linken Schläfenbeins … Bruch des linken Scheitelbeins … Bruch des linken Felsenbeins (Teil des Schläfenbeins, umgibt das Innenohr) … Wenn Ärzte sich meinen Entlassbericht aus der Klinik durchlesen, holen sie in der Regel tief Luft und sagen lange Zeit erst einmal gar nichts: Dann folgt häufig „Puuuh!“, „Mannomann!“, „Oha!“ oder „Junge! Junge!“ und dann setzen sie eine mitleidige Miene auf. Neulich fragte mich einer: „Wie unglücklich sind Sie denn gefallen, dass sogar das Felsenbein gebrochen war? Das ist doch der härteste Schädelknochen!“ Weiterlesen

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Schädel-Hirn-Trauma

Franz-Josef Adrian, Autor dieses Blogs, hat Ende August einen katastrophalen Fahrradunfall gehabt und dabei ein lebensgefährliches Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Mehrere Operationen haben zwar sein Leben gerettet, aber es bleiben schwere körperliche und geistige Behinderungen. Ob und wann sich sein gesundheitlicher Zustand wieder bessert, ist völlig unklar.

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Zivilprozess von Förster Markus Herber gegen Adrian

Am 22. Dezember 2014 leitete Förster Markus Herber vom Landesbetrieb Wald und Holz gegen mich ein Zivilverfahren beim Amtsgericht Bottrop ein. Er klagte darauf, dass ich zukünftig bestimmte Vorwürfe gegen ihn unterlassen solle. So sollte ich z. B. nicht mehr schreiben dürfen, dass er den Phrasenbrei eines Holzknechts absondere. Das Verfahren endete erst am 11. Mai 2016. Ich dokumentiere alle drei Urteile, die in dessen Verlauf ergangen sind. Vor allem das zweite Urteil ist von großem Interesse, denn darin begründet Richter Dr. Helf ausführlich, was man über einen Förster schreiben darf und was nicht. Hier geht es zu meiner Dokumentation: Zivilprozess von Förster Markus Herber gegen Adrian.

Fällen von 160 Jahre alten Buchen im Brinkmannswald in Bottrop 2014

Gleich zu Beginn des Verfahrens habe ich alle sieben Vorwürfe gegen Herber, die Gegenstand des Prozesses waren, aus dem Netz genommen. Auch jetzt, wo feststeht, dass sechs davon keine Beleidigung sind, habe ich sie nicht wieder in die Artikel eingebaut. Das ist gar nicht nötig. Hier geht es zu meiner Artikelserie aus dem Jahr 2014: Zerstörung des Brinkmannswaldes.

Massive Schälschäden in der Hohen Schrecke

Die Hohe Schrecke ist ein Naturschutzgroßprojekt in Thüringen. 2.000 ha Wald sollen hier der forstlichen Nutzung entzogen und wieder Wildnis werden. Projektträger ist die Naturstiftung David, die vom BUND gegründet wurde. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 9,4 Mio. €. Eines der Juwelen des Projekts ist das Wiegental, ein großer geschlossener Bestand von bis zu 250jährigen Buchen, wie es ihn nirgendwo sonst in Deutschland gibt. Ich habe im August das Wiegental besucht und war entsetzt: Nahezu alle jungen Bäume – Buche, Ahorn, Esche, ob fingerdick oder armdick – waren von Rothirschen geschält.

geschälte Ahornbäume im Wiegental

Ich dokumentiere die Schälschäden ausführlich mit hochauflösenden Fotos. Im Anschluss daran fasse ich ein Telefoninterview mit Dr. Dierk Conrady, dem Projektleiter vor Ort, zusammen, das ich gestern geführt habe. Weitere Telefoninterviews mit Förstern und Wildtierbiologen werden in den nächsten Tagen folgen. Hier geht es zu meinem Bericht: Massive Schälschäden im Wiegental.

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Irrtümer über den Urwald

Uholka_Windwurf_Panorama_3_800Panoramafoto eines Windwurfs im Buchenurwald Uholka

Weil die allermeisten noch nie einen Urwald gesehen haben, wird damit viel Schindluder getrieben. Ein schönes Beispiel ist der Aufsatz „Spannungsfeld Forstwirtschaft und Naturschutz – Konflikte um eine nachhaltige Entwicklung der Biodiversität“ von Ernst-Detlef Schulze und Christian Ammer.1 Weiterlesen

  1. Biologie in unserer Zeit, 5/2015 (45), S. 304 – 314, siehe dazu die schöne Zusammenstellung auf der Webseite von Silvia Roelke Schulze / Ammer contra Müller / Weisser / Wilhelm; der Artikel ist nicht online, aber gegen ein geringes Entgelt über die Fernleihe der Stadtbibliothek zu beziehen []
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Fast keine Fotos von Uholka bisher im Internet

Sucht man mit Google nach Fotos vom Buchenurwald Uholka, stellt man schnell fest: Es gibt fast keine!1 Die meisten Fotos, die Google findet, stammen vom Profifotograf Thomas Stephan. Er hat 13 Fotos ins Netz gestellt: Sie haben immerhin eine Auflösung von 1.200 x 800 Pixeln, aber 13 Fotos sind nicht wirklich viel und nur 7 der 13 Fotos zeigen Innenansichten des Urwalds.

Ich finde den Befund, dass es fast keine Fotos von Buchenurwäldern im Netz gibt, erstaunlich: Denn es gibt kein Forstamt, das nicht hoch und heilig verspricht, man würde „naturnah“ oder „naturgemäß“ wirtschaften. Wie aber soll das gehen, wenn man nicht weiß, wie natürliche Wälder aussehen? Seit 1950 gibt es sogar eine Arbeitsgemeinschaft, die sich die „naturgemäße Waldwirtschaft“ auf ihre Fahnen geschrieben hat: die ANW. Aber es ist wie verhext! Auch auf deren Webseite – kein einziges Foto eines Buchenurwalds!

Viel scheint die ANW auch nicht erreicht zu haben, denn 2009 ist sie sich eines „Mangels an Naturwaldstrukturen und daran gebunden Naturnähezeigern von Flora und Fauna in bewirtschafteten Buchenwäldern“ bewusst – so zu lesen in der „Templiner Erklärung – Konsenspunkte von Forstwirtschaft und Naturschutz bei der Bewirtschaftung von Buchenwäldern der Tieflagen“. Gefordert wird die „Ausstattung des Wirtschaftswaldes mit Naturwaldelementen“. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg hat sich dieser Forderung gleich angeschlossen. Das Bundesamt für Naturschutz, der BUND und der NABU sind sowieso dafür und sie alle haben die Templiner Erklärung unterschrieben. Solche Erklärungen kann man ja eigentlich nie genug haben.2

Sonderbar nur, dass es keine Fotos über Buchenurwälder im Internet gibt. Und so weiß eigentlich niemand so recht, wie ein „Naturwald“ wirklich aussieht. Ich möchte diese Wissenslücke füllen und viele Fotos vom Urwald in Uholka im Netz veröffentlichen. Deshalb zeige ich ein zweites Panoramafoto von einem Windwurf: Panoramafoto 2.

  1. siehe das Ergebnis einer Google-Suche nach großformatigen Fotos von Uholka []
  2. Der Text könnte übrigens glatt von Ulrich Mergner vom Forstbetrieb Ebrach geschrieben sein. Und die BaySF hätten die Erklärung auch mit unterzeichnen können. []
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