Schäferheld in der Eifel

Einleitung

Die Naturwaldzelle Schäferheld liegt im Kermeter im nördlichen Teil des Nationalpark Eifel. Sie ist 23,3 ha groß. Der 170 Jahre alte Buchenwald wird seit 1971 nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt. Er zählt zu den Juwelen des Nationalparks.

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Anfahrt und Wanderweg

Legal ist die Naturwaldzelle nicht mehr zu erreichen. Sie liegt in der für Besucher gesperrten Ruhezone des Nationalparks. Zuwiderhandlungen gegen das Wegegebot der Nationalparkverordnung werden mit Bußgeldern geahndet. Meine eigenen leidvollen Erfahrungen beschreibe ich auf der folgenden Webseite: 35 € Verwarngeld wegen Verstoß gegen Wegegebot.

Bestandesgeschichte

Über die Geschichte des Buchenwalds am 526 m hohen Hellberg erfahren Sie im Internet nichts. Auch die Naturwaldzellen-Webseite von Wald-und-Holz-NRW über Schäferheld ist wenig hilfreich: Naturwaldzelle 3: Schäferheld. Detaillierte Informationen stehen in Band 1 der Schriftenreihe der Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung Nordrhein-Westfallen über Naturwaldzellen in NRW (Teil I) aus dem Jahr 1975 auf den Seiten 26-29. Der Band ist seit Jahrzehnten vergriffen, kann aber in Büchereien über Fernleihe bestellt werden. Mein Expemplar habe ich über ein Antiquariat im Internet gekauft: Es wurde aus dem Bestand einer Bibliothek aussortiert und wurde nie gelesen. Für Naturwaldzellen interessiert sich kein Mensch.

 

Zum ersten Mal erwähnt wird der „Schieferhelt“ im Lagerbuch der Stadt Heimbach in der Eifel aus dem Jahr 1733. Der Kermeter war damals ein Buchenhochwald, „welcher in solch trefflich- und wünschbarem Stande, daß Selbiger billig die kostbahrste perle der Herzlicher Cron genannt werden könne, und unter denen Hofkammerbüschen dermahlen den Vorzug habe“ (zit. n. Naturwaldzellen in NRW, S. 28, Rechtschreibung entspricht dem Original). Und über den „Schieferhelt“ heißt es in wunderschöner Prosa: „… woselbsten ein guter Wachsthumb und vielle Büschen vorhanden und obzwar dieser orth vor langen Jahren stark ausgekohlt gewesen, so ist daselbsten dermahlen kein defect mehr.“ Mit „ausgekohlt“ meint das Lagerbuch die Herstellung von Holzkohle. Seit es im 15. Jahrhundert mit Einführung der Hochofentechnik zu einem Boom der Eisenindustrie im Schleidener Tal kam, wurden die Buchenwälder abgeholzt und von Köhlern auf Meilerplätzen zu Holzkohle verarbeitet (siehe „Die Eisenindustrie im Schleidener Tal“ in: NRW-Stiftung, Eifelverein [Hg.], ThemenTouren im Nationalpark Eifel, Köln 2004, S. 170 f.). Vom mittelalterlichen Energieholzboom hatte sich der „Schieferhelt“ also wieder erholt.

 

Der Naturwaldzellenband wertet 4 Forsteinrichtungen aus den Jahren 1828, 1877, 1906 und 1968 aus. Dabei wird deutlich, dass Förster Schwierigkeiten haben, das Alter der Buchen widerspruchsfrei zu bestimmen:

 

Forsteinrichtung Oberschicht Unterschicht
1828 100-120 Jahre 10-20 Jahre
1877 30-60 Jahre, kleiner Teil: 50-80 Jahre
1906 50-75 Jahre
1968 120 Jahre

 

Im Kermeter fanden 1944 und 1945 Kämpfe statt. Einige Bäume tragen immer noch die Metallsplitter von Granaten.

 

1975 schätzt der Autor H. B. Haase von der LÖBF das Alter der Buchen auf rund 130 Jahre, d. h. dass er im Jahr 2014 ungefähr 170 Jahre alt ist. Wichtig ist, „dass der Bestand der Naturwaldzelle Schäferheld aus Naturverjüngung (Kernwuchs) hervorgegangen ist“ (ebd. S. 28) und nicht aus Stockausschlägen.

 

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